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Das Grundlagenwerk der naturanen Lebensweise das Buch

"L e b e n - ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten" von A. Wang
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L e b e n – ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten von A. Wang

540 Seiten, Paperback, Umweltschutzpapier, 4. Auflage 1998, 19,40 Euro,
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Buchbesprechung

Dieses Buch ist das Grundlagenwerk friedfertiger Lebensweisen. Beschrieben wird die Versorgung des Menschen auf einem hohen Qualitätsniveau mit gesunden, hochwertigen Produkten, wobei die Lebensäußerungen der Tiere und Pflanzen berücksichtigt werden.
Es wird gezeigt, wie die Bereitschaft zur Friedfertigkeit gegenüber allen Lebensformen praktisch gelebt werden kann.
Im Mittelpunkt steht der Mensch, der sich weiterentwickeln möchte, um zu allseitigem Vorteil in Harmonie mit der Natur und in Freundschaft und Verbundenheit mit Pflanzen und Tieren zu leben.
Für die Persönlichkeitsentwicklung gibt es einen kommentierten Fragenkatalog zur Analyse und Verbesserung der eigenen Lebenssituation und zum Erreichen von Wunschzielen.
Einzigartig ist die Verarbeitung naturwissenschaftlicher Informationen unter ethischen und philosophischen Gesichtspunkten.
Die erstaunlichen Lebensäußerungen und Fähigkeiten der Pflanzen und Tiere werden vorgestellt, und die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse werden mit einer Philosophie der Achtung des Individuums verbunden.
Das Ergebnis ist eine Fülle von Vorschlägen für die lebenspraktische Umsetzung der Achtung der Existenzbedürfnisse der Lebewesen.
Hunderte Ideen für köstliche Mahlzeiten (5 Minuten-Schnellgerichte, preiswerte Gerichte, komplette Menüs, Spezialteil für Kinder und Jugendliche) sowie viele Vorschläge für naturschonende Produkte und Dienstleistungen bereichern die Leserschaft.
Die Themenvielfalt macht dieses Buch zu einem umfangreichen Nachschlagewerk.
Es ist ein hilfreicher Ratgeber für viele Lebenssituationen.

Es gibt Kapitel

  • zur gesunden Ernährung,
  • zur Verarbeitung und Haltbarmachung von Nahrungsmitteln,
  • zur Herstellung von Körperpflegepräparaten, Reinigungsprodukten und Heilmitteln.
  • Erklärt werden Möglichkeiten der Einflußnahme auf psychosomatische Erkrankungen und Eßstörungen.
  • Zahlreiche leicht erhältliche Hausmittel sowie auch ethisch unbedenkliche Heilmethoden werden vorgestellt.
  • Auch spezielle Themen wie die Ernährung auf Reisen, beim Trekking und naturunschädliches Survival-Training werden ausführlich beschrieben.
  • Gesunde Haustierkost und sinnvolle Ergänzungsmöglichkeiten werden besprochen.
  • Es gibt Hinweise zur Existenzsicherung einer tier- und pflanzenfreundlichen Land- und Tierwirtschaft oder eines alternativen Tierheims.
  • In der Darstellung der naturanen Land- und Tierwirtschaft steht das Wohlergehen der Tiere und Pflanzen im Mittelpunkt.
  • In den Teilen Wirtschaft und Naturschutz wird die wirtschaftliche Einflußnahme auf die Politik dargestellt. Die profitorientierte Ausbeutung der Natur ist nicht notwendig und führt zu einem rücksichtslosen Umgang mit den Lebewesen, der sich wiederum schädlich für das Wohlergehen der Menschen auswirkt. Auswege bietet eine friedfertige Lebensweise.

Dieses Buch ist lebensbejahend und eine Fundgrube tiefer Einsichten und guter Argumente für einen Lebensstil der Achtung aller Geschöpfe. Insbesondere werden die vielfältigen Chancen innerhalb des individuellen Einflußbereiches dargestellt.
Der Autor vermittelt die Schönheit der Natur und die Bewunderung, Achtung und Wertschätzung ihrer Lebewesen. Wer Tiere und Pflanzen verletzt oder tötet, dem rät er zu unschädlichen Formen des Auslebens destruktiver Energien.
Das bewußte Bewahren der Natur und das Schonen der Lebewesen durch die Auswahl solcher Produkte, für deren Herstellung Pflanzen und Tiere nicht verletzt oder getötet werden müssen, ist eine Lebensart, die zutiefst und dauerhaft glücklich macht.
Vielfältig sind die Möglichkeiten das Leben von Tieren und Pflanzen zu bewahren und der Natur zu nutzen. Lebensfreude, Erfüllung und Erkenntnisse sind das Ergebnis der Rücksichtnahme.

Artikel zum Buch

"L e b e n – ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten" von A. Wang


Werden Menschen der Zukunft lebensbejahend und wohlmeinend sein und verantwortungsbewußt mit ihrer Gesundheit und der ihrer Mitmenschen und Mitgeschöpfe umgehen? Werden sie die Natur lieben und die Existenzbedürfnisse und andersartigen Ausdrucksformen der Tiere und Pflanzen verstehen wollen? Oder werden die düsteren Zukunftsprognosen einer ignoranten, gewaltbereiten Menschheit eintreffen, die in einer verseuchten Umwelt an ihrem Egoismus zugrunde geht?
Wie kann der Wandel zu einem Leben vollzogen werden, daß dankbar als Chance begriffen wird, wohltuende, vitalisierende Lebenskräfte aufzubauen und Gutes zu bewirken?
Der Wandel, so zeigt dieses Buch, beginnt beim Einzelnen, zunächst mit einer Einstellung der Freundlichkeit sämtlichen Lebensformen gegenüber und wird dann zu einer wohlwollendes Lebenspraxis zugunsten aller Lebewesen und der Natur.
Die Erfahrung, die eigenen Möglichkeiten zum Wohle der Gesamtheit der Lebewesen und der Natur einzusetzen, stärkt das Lebensgefühl und läßt ein intensives Erleben von Freude und Harmonie entstehen.
Längst ist erwiesen, daß nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen empfindungsfähige Lebewesen sind. Aber wie gehen Menschen mit diesem Wissen um? Dieses Buch zeigt, daß es nicht schwierig ist, auf Pflanzen und Tiere Rücksicht zu nehmen. Dabei stellt der Leser fest, daß Rücksichtnahme keineswegs bedeutet, auf einem Steinzeitniveau leben zu müssen. Auch moderne Technologien finden Anwendung, sofern sie den Lebewesen gut tun.
Aber, fragt sich der Leser, gibt es nicht auch natürliche Grenzen, die beim besten Willen akzeptiert werden müssen? Es gibt sie. Der mögliche Handlungsspielraum des Menschen wird in diesem Buch ausführlich dargestellt. Dennoch müssen Menschen nicht absichtlich verletzten oder töten, sondern können sich auch an der Verwirklichung positiver, aufbauender Einstellungen erfreuen.
Was ist nun aber mit zerstörerischen Trieben, mit Wut, Haß, Angst und Aggression, fragt weiter der aufmerksame Leser? Die in diesem Buch vorgestellten Handlungsempfehlungen verdeutlichen, daß es wichtig ist, solche Prägungen bewußt in einer unschädlichen Weise zu gestalten, statt sie in einem inneren Zwiespalt unbewußt zum Nachteil anderer auszuleben.
Das Buch „L e b e n – ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten“ überzeugt durch eine sachliche wissenschaftliche Darstellung. Die logische Verarbeitung der Kenntnisse belegt, daß eine friedfertige Lebensweise weder eine langweilige noch eine unrealistische Zukunftsvision ist.
Die Argumentation in diesem Buch lautet, die Menschheitsgeschichte habe gezeigt, daß einzelne Menschen sowie auch Gesellschaften entwicklungsfähig sind. Menschen bieten sogar außerordentliche Kräfte auf, wenn ihnen ein Ziel dies wert ist. Es sei deshalb auch möglich, den Wandel zu einer mitfühlenden, verantwortungsbewußten Kultur der Achtung aller Lebewesen und des Friedens mit der Natur zu vollziehen.

Buchtexte

Nach dem Inhaltsverzeichnis folgen einige Leseproben.


I n h a l t s v e r z e i c h n i s

Vorwort

Einleitung

I. Nahrungsmittel

1. Philosophische und ethische Grundlagen
Leben, ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten

1.1 Die Grundlagen einer geistig-psychischen Entwicklung
1.2 Friedfertige Lebensart
1.3 Die anthropozentrische Betrachtungsweise der Natur
1.4 Der natürliche Handlungsspielraum des Menschen
1.5 Lebensäußerungen der Pflanzen
1.5.1 Der Stoffwechsel
1.5.2 Fortpflanzungstechniken und Verbreitungsmethoden
1.5.3 Wachstum
1.5.4 Reizbarkeit
1.5.4.1 Wahrnehmung
1.5.4.2 Die Arbeiten von Cleve Backster
1.5.4.3 Bewegung
1.5.4.4 Die Wurzeln
1.5.4.5 Die “fleischfressenden Pflanzen”
1.5.4.6 Schutzmaßnahmen
1.6 Kommunikation
1.7 Von Lebewesen erzeugte energetische Spannungsfelder
1.8 Friedfertige Lebensart als Garant für optimale Lebensqualität
1.9 Denkweisen und ihre Auswirkungen
1.10 Der Umgang mit Menschen, die Andere verletzen oder töten
1.11 Der Mißbrauch des Ausdrucks “Harmonie mit der Natur”
1.12 Die Entwicklung der Lebewesen
1.13 Die Gleichwertigkeit aller Lebewesen

2. Nahrungsmittel, durch deren Gewinnung Tiere und Pflanzen
nicht verletzt oder getötet werden müssen

2.1 Die Nahrungsmittelgruppen
2.2 Milch und Milchprodukte
2.2.1 Milchverarbeitung
2.3 Honig und Blütenpollen
2.4 Eier von Hühnern aus Freilandhaltung
2.5 Korn, Kerne, Sämereien, Früchte, Fruchtgemüse, Hülsenfrüchte
2.5.1 Verwendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten
2.6 Salz
2.7 (Mineral-)Wasser

3. Rezepte
3.1 Rezeptvorschläge
3.2 Getränke
3.3 Kalte Speisen
3.4 Bei Kindern und Jugendlichen beliebte Rezepte
3.4.1 (Zwischen-)Mahlzeiten für Kinder und Jugendliche
3.5 5-Minuten-Gerichte
3.6 Preiswerte Gerichte
3.7 Süßspeisen
3.8 Party-Speisen
3.9 Menü-Vorschläge
3.10 Im Römertopf
3.11 Backen

II. Gesunde Ernährung und schonende Verarbeitung von Nahrungsmitteln

4. Gesunde Ernährung
4.1 Gesundes Eßverhalten
4.2 Die Umstellung
5. Die Verarbeitung von Nahrungsmitteln
5.1 Hygiene
5.2 Konservierung und Haltbarmachung
5.2.1 Aufbewahrung und Lagerung von Nahrungsmitteln
5.2.2 Praktische Haushaltsführung
5.2.3 Der Arbeitsplatz für die Zubereitung der Nahrungsmittel und die Kochstelle
5.3 Vorratshaltung

6. Ernährung in Notfällen oder im Survival-Training
6.0.1 Luft
6.0.2 Wärme
6.0.3 Wasser
6.0.4 Nahrung
6.1 Nahrungsgewinnung in Naturlandschaften
6.1.1 Aufbereitung und Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln
6.2 Proviant für Ausflüge: Wanderungen, Trekking u. a.

7. Nahrungsmittel für Haustiere

III. Heilmittel und Körperpflegemittel

8. Heilmittel
8.1 Der Umgang mit Emotionen
8.2 Bewußtsein und Unterbewußtsein
8.3 Die Behandlung psychosomatischer Krankheiten
8.4 Umweltbedingte Erkrankungen
8.5 Medikamente
8.6 Empfehlenswerte Heilmethoden
8.7 Besonderheiten des zunehmenden Alters
8.8 Suchtverhalten und Gewichtsregulierung
8.9 Meditation
8.10 Hausmittel

9. Körperpflegemittel
9.1 Körperpflegemittel und deren Herstellung
9.1.1 Mittel zur Hautreinigung
9.1.2 Badezusätze
9.1.3 Öle mit pflegender Wirkung/Massageöle
9.1.4 Cremes und Salben
9.1.5 Packungen und Masken
9.1.6 Verschiedene Anwendungsbereiche

IV. Naturschutz und Wirtschaft

10. Naturschutz und Wirtschaft
10.1 Land- und Tierwirtschaft
10.1.1 Die Aufteilung eines Grundstücks
10.1.2 Der Aufbau einer Land- und Tierwirtschaft
10.1.3 Die Anlage von Pflanzungen und Freigehege
10.1.4 Artgerechte Tier- und Pflanzenhaltung
10.1.5 Die materielle Absicherung
10.1.6 Landwirtschaft in Harmonie mit der Natur
10.1.6.1 Die Verbesserung der Bodenqualität
10.1.6.2 Pflanzungen und Tierhaltung
10.1.6.3 Schonende Ernte- und Gewinnungsverfahren
10.1.6.4 Der Vertrieb
10.2 Globale Nahrungsmittelversorgung
10.2.1 Die Überbevölkerung
10.3 Erzeugung und Herstellung von Produkten
10.3.1 Der Einzelhandel
10.3.2 Großunternehmen und ihr Einfluß auf Politik und Gesellschaft
10.3.3 Das Geflecht der Abhängigkeiten
10.3.4 Wirtschaftliche Veränderungen auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene

11. Zukunftsweisende Modelle
11.1 Die Gewinnung der Produkte von Tieren und Pflanzen..
11.2 Die Erhaltung der Natur
11.3 Verbesserung der Rechtslage für Pflanzen und Tiere als Individuen sowie für die Natur
11.4 Information
11.5 Umstellung der Wirtschaft auf naturschonende und umweltfreundliche Technologien
11.6 Gesellschaft, Staat und Steuern
11.7 Naturschutzorganisationen sowie Initiativen zum Schutze von Pflanzen, Tieren und Menschen
11.7.1 Das Streben nach Anerkennung
11.7.2 Die Konkurrenz zwischen Organisationen
11.7.3 Die gegnerischen Umleitungsstrategien
11.7.4 Das Wirken der Natur
Zusammenfassung
Nachwort 

 

Buchtexte

Vorwort

Das vorliegende Buch des Naturanismus beschreibt eine Lebensweise, die auf dem Verzicht des beabsichtigten Verletzens und Tötens empfindungsfähiger Lebensformen beruht. Bei der Bearbeitung der Thematik ergänzen sich zwei Betrachtungsweisen:
- Die theoretische Darstellung der Möglichkeiten, die Existenzinteressen sämtlicher Lebewesen innerhalb des menschlichen Handlungsspielraumes zu berücksichtigen und
- die realistische Einschätzung menschlichen Verhaltens, das - wie gegenwärtige und historische Beispiele zeigen - dazu neigt, selbst Bereiche, in denen auf Schädigungen von Tieren und Pflanzen verzichtet werden könnte, dennoch mit Verletzen und Töten zu verbinden.
Dies gilt unter anderem für die Gewinnung von Milch, Eiern, Honig, Wolle und zum Teil auch für Früchte und Samen.
Bei der Tierhaltung zur Milch- und Eier-Erzeugung werden nur die leistungsfähigsten Tiere am Leben gelassen. Männliche Tiere werden meistens sofort getötet oder zu Schlachtzwecken großgezogen (Küken, Kälber, Lämmer). Weibliche Tiere werden geschlachtet, sobald sie nicht mehr in der Lage sind, die Leistungserwartungen zu erfüllen. Die überwiegende Menge der tierischen und pflanzlichen Produkte wird derzeit unter grausamen und qualvollen Bedingungen erzeugt.
Bei der veganen Lebensweise wird auf tierische Produkte verzichtet. Der Veganismus belegt, daß die Nutzung von Tieren für die menschliche Versorgung nicht notwendig ist. Pflanzliche Lebewesen finden bei der veganen Lebensweise keine Berücksichtigung.
Weiterhin gibt es die fruktarische Ernährung, die darin besteht, vorwiegend oder ausschließlich Früchte, Fruchtgemüse, Samen (darunter vor allem Getreidekörner sowie Reis) und Nüsse zu verzehren.
Dabei finden solche Produkte Verwendung, die von Pflanzen im allgemeinen in großer Anzahl erzeugt werden und von denen sie sich von sich aus trennen würden, wenn die Ernteverfahren dies zuließen.
Von der veganen unterscheidet sich die hier vorgestellte naturane Lebensweise dadurch, daß Tiere und Pflanzen für menschliche Bedürfnisse nicht verletzt und nicht getötet werden sollen.
Der Naturanismus geht davon aus, daß es möglich ist, Tiere und Pflanzen - insbesondere gezüchtete Rassen - so zu halten, daß sie unter der Nutzung ihrer Lebensäußerungen nicht leiden müssen.
Die Absicht, Wohlbefinden für die gehaltenen Individuen zu erreichen, hat dabei Vorrang vor sämtlichen Nutzungsinteressen.
Den Lebewesen, deren Lebensäußerungen für den Lebensunterhalt der Menschen genutzt werden, sollen Vorteile geboten werden, z. B. durch artgerechte Haltungsformen mit ausreichenden Bewegungsmöglichkeiten, eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte gute Pflege sowie eine gesundheitliche Versorgung. Die vielfältigen Formen des Lebens werden in ihrer Eigenschaft als Individuen mit gleichrangigen Existenzrechten geachtet.
Je ähnlicher Lebewesen den Menschen sind, desto leichter fällt es zu erkennen, daß auch sie Leidensfähigkeit besitzen. Darin scheint auch der Grund dafür zu liegen, daß die Bereitschaft größer ist, Tiere zu schützen, während pflanzliche Individuen eher von der mitfühlenden Achtung ihres Lebens ausgeschlossen werden.
Die Ausgrenzung bestimmter Kategorien von Lebewesen - z. B. der Pflanzen von der Berücksichtigung ihrer Lebensinteressen - in Form der Mißachtung ihrer Existenzbedürfnisse, bleibt eine unbefriedigende geistige und psychische Einstellung, da der Grundgedanke der Diskriminierung von Lebewesen erhalten bleibt, obgleich dafür innerhalb des menschlichen Handlungsspielraumes keine Notwendigkeit besteht.
Die Bereitschaft Rücksicht zu nehmen, nimmt mit dem Wissen um die Möglichkeiten zu, sich ohne Schädigung Anderer auf einem zufriedenstellenden Qualitätsniveau versorgen zu können.
Dieses Buch zeigt, daß eine Lebensweise, die auf der Achtung des individuellen Lebens beruht, im Hinblick auf die Beschaffenheit und die Annehmlichkeit der ausgewählten Produkte zu einer Verbesserung der Gesundheit sowie des Genusses und damit einhergehend der Lebensqualität führt.
Darüber hinaus wird auch das Lebensgefühl selbst intensiviert, da aus der Leistung des Bemühens, die Natur nicht zu schädigen und die Lebensbedürfnisse anderer Lebewesen mitzuberücksichtigen, ein weit klareres und aufnahmefähigeres Bewußtsein entsteht.


1.2  Friedfertige Lebensart und naturane Lebensweise (Kurzfassung)

Friedfertige Lebensart und naturane Lebensweise bestehen in dem Bemühen, Schmerzen und Leiden von Pflanzen, Tieren und Menschen fernzuhalten. Empfindungen wie Schmerzen/Leiden und Wohlbefinden/Wohlbehagen sind primäre Orientierungsmittel, die für alle Lebewesen zum Überleben notwendige Hinweise darstellen.
Für jedes Lebewesen, ob Pflanze, Tier oder Mensch, ist es lebenswichtig, auf Reize so reagieren zu können, daß der Organismus nicht geschädigt wird. Durch das Erleben von Empfindungen erhält das Individuum Informationen, unabhängig von dem verstandesmäßigen Erfassen einer Situation, das zu viel Zeit beansprucht, wenn es um eine sofortige, lebenswichtige Reaktion zum Schutze des Organismus geht. Wenn sich ein Lebewesen zum ersten Mal dem Feuer nähert, so empfindet es innerhalb eines bestimmten Abstandes eine angenehme, dem Organismus wohltuende Wärme. Sobald die gesundheitlich unbedenkliche Distanz zum Feuer unterschritten wird, weist das Schmerzempfinden auf eine Gefährdung des Körpers hin.
Alle Lebensformen - Pflanzen, Tiere und Menschen - besitzen Empfindungsvermögen, dessen Informationen ihnen unmittelbares Reagieren ermöglichen und sie befähigen, ihr Leben im Rahmen ihres Verhaltensrepertoires zu erhalten.
Inhalt einer friedlichen, naturanen Lebensweise ist die Achtung von Individuen und die Berücksichtigung ihrer Lebensbedürfnisse im Rahmen des menschlichen Wahrnehmungs- und Handlungsvermögens.
Die friedfertige, naturane Lebensart ist nicht Ausdruck einer roman-tischen, gefühlsmäßigen Natursehnsucht. Ebensowenig ist die rationale Einsicht, daß auch die Menschen mit der Zerstörung der Ökosysteme untergehen werden, ein Motiv, aus dem sich eine mitfühlende Beachtung von Einzellebewesen ableitet.
Beide Motive beinhalten lediglich egozentrische Perspektiven, in die das Leben(srecht) Anderer, das Bedürfnis nach unversehrter Existenz und Wohlbefinden selten miteinbezogen werden. Demgegenüber ist die Berücksichtigung von Tieren und Pflanzen als individuelle Lebewesen mit persönlichen Lebensinteressen das Resultat einer geistig-psychischen Entwicklung, die sich aus der egoistischen Befangenheit und aus dem Bestreben, die Natur beherrschen zu wollen, gelöst hat.
Die Einstellung, Artenschutz, Ökosysteme und die Natur nur als abstraktes Ganzes betrachten zu wollen, dem individuelles Leben - aus welchen scheinbar rationalen Gründen auch immer - geopfert werden kann, ist eng mit dem Wunsch des Kontrollierens und Beherrschens verbunden.
Menschen wollen bestimmen, welche Lebewesen leben und sich entfalten dürfen, und sie möchten eine Legitimation haben, die es ihnen erlaubt zu töten, was sich außerhalb ihrer Kontrolle entwickelt. Dies trifft bisweilen auch auf Naturschützer und Naturschützerinnen bei der Umgestaltung von Biotopen zu.
Es besteht für Menschen keine Notwendigkeit, Tiere und Pflanzen absichtlich zu verletzen und zu töten. Die Lebensqualität wird nicht gemindert, wenn auf Schädigungen der Natur und das Verletzen und Töten von Tieren und Pflanzen verzichtet wird. Die Ursache für die menschliche Neigung, der Umwelt Schäden zuzufügen, liegt nicht in existentiellen oder wirtschaftlichen Zwängen begründet. Dies zeigen jainistisch und buddhistisch beeinflußte Kulturen , in denen aus Mitleid mit Tieren sowie auch mit Pflanzen (im Jainismus) auf deren Verletzung und Tötung verzichtet wird. Die praktische Umsetzung des Schutzes der Tiere in Indien, Tibet und weiteren ostasiatischen Ländern läßt sich im Alltag vielfach beobachten. Es wird vermieden, auf kleine Tiere zu treten. Käfer und andere Insekten, die auf vielbegangenen Wegen umherkrabbeln, werden neben den Weg gesetzt. Da diese Kleintiere sehr feingliedrig sind, besteht eine sichere und unkomplizierte Methode darin, sie auf ein Stück Papier laufen zu lassen, um sie so ohne Zerquetschungsgefahr wegsetzen zu können.
Auch die vegetarische Kochkunst dieser Länder bietet vielfältige Zubereitungsmethoden von Soja-, Tofu- und anderen Produkten, die Fleisch nicht nur ersetzen, sondern durch ihre Schmackhaftigkeit auch die Gewohnheit des Fleischverzehrs unbedeutend werden lassen.
Die friedfertige (naturane) Lebensart ist nicht mit dogmatischen Systemen identisch. Es geht nicht darum, grundsätzlich kein Fleisch und keine Pflanzen zu verzehren, sondern um die Lebensbedürfnisse der Tiere und Pflanzen als individuelle Lebewesen. Es soll berücksichtigt werden, daß sie Schmerzen und Leiden empfinden, wenn sie verletzt oder getötet werden. Die Beschädigung ihres Organismus sowie das Herbeiführen eines vorzeitigen Todes ist zu vermeiden.
Sofern ein natürlicher Tod eingetreten ist, spricht nichts dagegen, Fleisch, Fell, Häute/Leder und gesamte Pflanzen zu verwerten.
Bei der friedfertigen, naturanen Lebenspraxis findet eine Erweiterung der egoistischen Perspektive in der Ausrichtung auf das Wohlergehen aller Lebewesen statt, so daß es zu einer gleichwertigen Achtung persönlicher Interessen sowie auch der Bedürfnisse Anderer kommt. Mit der ehrlichen und verständnisbereiten Berücksichtigung der Unversehrtheit und des Lebens von Pflanzen, Tieren und Menschen ist ein hohes Niveau an Lebensqualität zu erreichen. Vor allem, da durch die Gewinnung und Verarbeitung der Produkte Andere nicht geschädigt, verletzt oder getötet werden, stehen dem Genuß keine bewußten oder unterbewußten Bedenken gegenüber. Verwendet werden nur solche Stoffe, die für das Leben von Organismen nicht gesundheitsbeeinträchtigend sind. Auf die Verwendung riskanter und zweifelhafter Zusatzstoffe und Verfahren wird verzichtet.
Eine Lebensart, durch die das Leben von Pflanzen und Tieren geschont wird, steht dem Genuß und der Lebensfreude nicht feindlich gegenüber und führt keineswegs zu einem kargen, asketischen Lebensstil.
Einfachheit - soweit nicht wirtschaftlich bedingt - ist ein Ausdruck des persönlichen Verlangens, das darin bestehen kann, sich eine ruhige und überschaubare Umgebung zu schaffen.
Durch die Verwendung von Nahrungsmitteln, die ohne (absichtliche) Schädigungen und ohne Verletzen und Töten von Pflanzen und Tieren gewonnen werden, läßt sich ein abwechslungsreiches Speiseangebot zusammenstellen, das ausschließlich aus gesunden Ausgangsstoffen besteht. Die genannten Rezeptvorschläge (vgl. Kap. 3) geben einen Eindruck von den vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten.
Die zahlreichen physikalischen Therapiemethoden und die Heilmittel auf mineralischer und (Soja-)Milchbasis, aus Honig und Blütenpollen sowie aus Früchten und Samen bieten noch unerschöpfliche Ressourcen für die Herstellung von Präparaten sowie zur medizinischen Behandlung von Menschen, Tieren und Pflanzen.
Aus natürlichen Substanzen wie Ölen (aus Samen - Mandelöl, Avocadoöl u. a.), Bienenwachs, Milchfett, Kakaobutter und weiteren Zutaten lassen sich jahrelang haltbare Körperpflegemittel, ohne den Einsatz von Konservierungsmitteln und sonstigen Beimischungen, herstellen.
Die Neigung, Menschen, Tieren und Pflanzen Leiden zuzufügen, ist ein Resultat tiefer Frustrationen. Psychische Verletzungen, die nicht verarbeitet werden konnten, werden so an Andere weitergegeben.
Durch Beobachtung eigener Stimmungen ist dies nachprüfbar. Im Zustand der Zufriedenheit und des Wohlbefindens sowie insbesondere während eines Glücksgefühls wird Anderen kein Leiden und kein Schaden gewünscht. Wenn sich das Erleben von Ausgeglichenheit und Wohlbefinden mehr und mehr stabilisieren kann, dann wächst auch die Bereitschaft, die Existenzbedürfnisse von Menschen sowie der Tiere und Pflanzen in das eigene Bewußtsein aufzunehmen, statt die Leidensfähigkeit und das Empfindungsvermögen Anderer ins Unterbewußtsein zu verdrängen. (gekürzte Fassung)
 

2. Nahrungsmittel, durch deren Gewinnung Tiere und Pflanzen nicht geschädigt, verletzt
oder getötet werden müssen

Die naturane Ernährungsweise, durch die Tiere und Pflanzen nicht verletzt oder getötet werden müssen, besteht in der Vermeidung leidverursachender Ernährungspraktiken und berücksichtigt den Schutz der Natur sowie die Gesundheit und die Lebensqualität sämtlicher Lebewesen als Individuen im Rahmen des menschlichen Handlungsvermögens.
Lebewesen sind definiert als Menschen, Pflanzen und Tiere, gekennzeichnet durch die Fähigkeiten des Wachstums, der Fortpflanzung,
des Stoffwechsels und der Reizbarkeit. Die Reize, die aus der Umwelt auf das Individuum treffen, werden in artspezifische Empfindungen übersetzt. Dieses Empfindungsvermögen befähigt Lebewesen zu einer Orientierung, die auch ohne verstandesmäßige Einsicht das Überleben ermöglicht. Ein Kleinkind, das vom Anblick des Feuers fasziniert ist, spürt beim Näherkommen durch zunehmenden Schmerz die drohende Gefahr. Das Begreifen der Situation ist nicht notwendig. Die Empfindungsfähigkeit gibt die richtungsweisenden Impulse für folgerichtiges Verhalten bei Pflanzen, Tieren und Menschen.
Den Maßstab für die Auswahl der Nahrungsmittel sowie für deren Gewinnungsmethoden stellen bei der naturanen Lebensweise nicht einzig menschliche Interessen dar, sondern das Bestreben, Lebewesen als Individuen und die Natur insgesamt nicht zu beeinträchtigen und das Wohlbefinden sämtlicher an der menschlichen Ernährung beteiligten Lebensformen möglichst gleichwertig zu berücksichtigen.
Die Grundfrage von Problemlösungsstrategien lautet daher:
"Wie kann die Gesundheit und die Lebensqualität aller beteiligten Lebewesen gewährleistet werden?" - hinsichtlich der Nahrungsgewinnung sowie auch der Befriedigung weiterer Existenzbedürfnisse.
"Harmonie mit der Natur" bedeutet die Integration in den Formenreichtum der Natur ohne Dominanzansprüche sowie eine Befriedigung der Daseinsbedürfnisse, durch die das Gesamtgefüge der Natur nicht beeinträchtigt wird und die Menschen, Tieren und Pflanzen Vorteile bietet.
Voraussetzung für die praktische Umsetzung der Achtung aller Formen des Lebens durch eine friedfertige, naturane Lebensweise ist die Überwindung anthropozentrischer Denkvorstellungen, denn Menschen sind nur ein entbehrlicher Teil, ohne den die Natur weiterexistieren könnte (bzw. bei den derzeitigen Schädigungen durch Menschen die Chance einer Erholung hätte). Menschen aber können nicht ohne die Natur leben; bereits ohne den Sauerstoff aus dem Stoffwechsel der Pflanzen müßten sie nach wenigen Minuten zugrunde gehen. Menschen brauchen die Natur, aber die Natur braucht Menschen nicht, denn alle Lebewesen sind - ungeachtet ihrer artspezifischen Besonderheiten - Ausdrucksformen des Prinzips des Lebens, aufgebaut aus den gleichen Grundsubstanzen (Elementen) und in einem ständigen evolutionären Veränderungsprozeß begriffen, mit den Allen gemeinsamen existentiellen Zielen, ein unversehrtes Leben zu führen in dem Streben nach Wohlbefinden und mit dem Bemühen, Verletzungen und Schmerzen zu vermeiden.
Der Entwicklungsprozeß der Evolution vollzieht sich unablässig, weitgehend übergangslos mit nur gelegentlichen sprunghaften Änderungen (Mutationen). Die menschlichen Denkkategorien schaffen Ordnungs-
schemata, die jedoch meistens den Entwicklungsprozeß nicht erfassen. Es wird im sprachlichen Ausdruck nicht deutlich, daß es sich um einen stetigen, für Menschen (innerhalb einer Lebenszeit) nicht wahrnehmbaren Wandel der Formen handelt. Es gibt keine festen Begrenzungen zwischen dem sog. Tierreich und dem Pflanzenreich (vgl. Kap. 1), sondern eine kontinuierliche Entwicklung des Lebens, das sich in einer großen Formenvielfalt in Reaktion aufeinander und auf Umweltverhältnisse gestaltet. Es gibt auch nur ein natürliches Recht auf Leben, das nicht an bestimmte Formen oder artspezifische Besonderheiten gebunden ist.
Die von Menschen verursachten Schäden in der Natur bedrohen nicht nur die eigene Art, sondern gefährden den Fortbestand aller Formen des Lebens. Diese Fehlentwicklungen, die auf spezifische Schwächen der Art "homo recens" zurückzuführen sind, zeigen deutlich, daß sich jede Diskussion einer gern angenommenen Höherwertigkeit oder etwa einer geistigen Höherentwicklung der Menschen gegenüber anderen Lebewesen erübrigt. Die menschlichen Kenntnisse über die Fähigkeiten anderer Lebewesen sind ebenso eng begrenzt, wie die Kategorisierungen und Einschätzungen, die Menschen über Tiere und Pflanzen vornehmen.
Aus der Unfähigkeit, die Bedeutung des Lebens(prinzips), die Natur sowie den Sinn der individuellen Existenz zu begreifen, haben Menschen angstmotivierte Verhaltensweisen entwickelt. Diese äußern sich in dem Bedürfnis nach äußerlicher Gestaltgebung und Naturbeherrschung, mit dem Ziel, sich zu verewigen und damit ein Gegengewicht zu der Vergänglichkeit an sich und zu der eigenen temporären Existenz im Besonderen zu schaffen. Die Versuche die Natur, Tiere und Pflanzen in künstliche Ordnungsschemata pressen zu wollen, zeigen, daß die Natur und ihr stetiger Wandel als Bedrohung empfunden werden. Menschen fehlt meist die innige Verbindung zur Natur als einem Wirkungsgefüge, in dem sie sich geborgen fühlen könnten, wenn sich die individuelle Existenz im Einklang mit allem Lebenden befände.
Wenn Pflanzen und Tiere eines natürlichen Todes gestorben sind, spricht vom ethischen Standpunkt der "Minimierung des Leidens" nichts dagegen, ihre toten Körper oder Teile davon zur Nahrungsmittelherstellung (sowie für andere Produkte) zu verwenden.
Dabei bestehen grundsätzlich keine Unterschiede zu der herkömmlichen Verwendung und Verarbeitung, außer, daß den Pflanzen und Tieren nicht künstlich ihr Leben genommen wird und daß sie nicht als "nachwachsende Produkte" behandelt und ermordet werden.
Problematisch ist bei der Weiterverarbeitung natürlich gestorbener Pflanzen und Tiere nicht, wie oft behauptet wird, der Zustand ihres gealterten Körpers. Dies läßt sich durch Zubereitungsweisen und Geschmacksverstärker selbst bei sehr betagten Lebewesen ausgleichen.
Ein Problem stellt die Neigung des Menschen dar, dem natürlichen Tod oder dem Unfalltod künstlich nachzuhelfen. Nur um schwerverletzten Lebewesen weiteres Leiden zu ersparen, erscheint es gerechtfertigt, ihr Leben so schmerzlos wie möglich zu beenden, wenn nach Abwägung der Genesungschancen ein erträgliches Leben nicht mehr denkbar erscheint.
Auch in Gesellschaften z. B. buddhistischer oder jainistischer Prägung, in denen Rücksichtnahme auf Tiere (und seltener auf Pflanzen) praktiziert wird, sind die persönliche Einsichtsfähigkeit und das Verständnisvermögen individuell sehr unterschiedlich ausgebildet, so daß es zu Fehlverhalten kommen kann, wie dem un-/bewußten Herbeiführen von Unfällen, um einen scheinbar natürlichen Tod vorzutäuschen.
Obgleich gegen die Verwendung natürlich verstorbener Tiere und Pflanzen zur Nahrungsmittelgewinnung und Produktherstellung vom ethischen Standpunkt der "Leidminimierung" nichts einzuwenden ist, bleibt dennoch das Risiko bestehen, daß dem Sterben - vor allem aus Profitgier - nachgeholfen wird.
Da dem natürlichen Tod gegenwärtig für die Nahrungsmittelerzeugung keine Bedeutung zukommt und für die Gewinnung der meisten tierischen und pflanzlichen Produkte andere Lebewesen verletzt und ermordet werden, ist grundsätzlich eine Einschränkung bzw. der Ausschluß der Verwendung von Fleisch, Lab, Knochen, Gelatine sowie gesamter Pflanzenkörper (mit Ausnahme der Früchte, Samen, Nüsse und Körner) empfehlenswert. Solange das Verletzen und Töten noch eine Selbstverständlichkeit darstellt, ist es am wirkungsvollsten, völlig auf solche Produkte zu verzichten. Durch die Auswahl von Nahrungsmitteln und Produkten, die ohne Schädigung von Pflanzen und Tieren hergestellt werden können, ergibt sich die Möglichkeit, durch Nachfrage Einfluß auf das Marktangebot zu nehmen. Dadurch können für Pflanzen, Tiere und auch für Menschen bessere Existenzbedingungen geschaffen werden. Darüber hinaus wird auch die persönliche geistig - psychische Entwicklung durch die Verwirklichung von Erkenntnissen gestärkt und vorangebracht. Wenn es gelingt, durch Aufmerksamkeit und (Verzicht-)Leistungen, Achtung vor den Existenzbedürfnissen
Anderer zu praktizieren, dann wandelt sich auch die Weltbetrachtung, und es entsteht ein neues, vitaleres und kraftvolleres Lebensgefühl.
Die Konzentration auf die Entwicklung im psychischen und geistigen Bereich statt der überwiegenden Ausrichtung auf Äußerlichkeiten (Besitzvermehrung bis zur Unüberschaubarkeit, Macht- und Geltungsstreben usw.) kann die innere Ruhe und Stärke soweit fördern, daß sie Tragfähigkeit zum Erfahren und Umsetzen neuer Erkenntnisse bietet.
Die praktische Umsetzung einer friedfertigen, naturanen Lebensweise mit dem Ziel, Nahrungsmittel und andere Produkte so zu gewinnen, daß Menschen, Tiere und Pflanzen nicht verletzt oder getötet werden, läßt sich in zwei Bereiche teilen:

- die Auswahl der Nahrungsmittel (bzw. weiterer Produkte)
- sowie die Anbauweisen, Ernte- und Gewinnungsverfahren (bzw. Herstellungstechniken).

Als erster Schritt findet eine Beschränkung auf die Nahrungsmittel und weiteren Produkte statt, die - theoretisch - ohne Verletzung und Tötung erhältlich sind.
Der zweite Schritt besteht darin, die Lebensbedingungen, die Haltung, sowie die Ernte und Gewinnungsmethoden zu verbessern, so daß auch Tiere und Pflanzen ihren Bedürfnissen entsprechend leben und Wohlbefinden erfahren können.
Menschen sind wie Tiere, Pilze und einige Pflanzen nicht fähig, ihre Nahrung aus anorganischen Substanzen aufzubauen, im Gegensatz zum Großteil der (grünen) Pflanzen. Menschen und Tiere benötigen organische Ausgangsstoffe, die von Pflanzen oder anderen Tieren hergestellt wurden.
Gegenwärtig verhalten sich Menschen als größte Schädlinge in der Natur und führen sich gegenüber Tieren und Pflanzen als habgierige Mörder, Räuber und Schädlinge auf, deren Handeln durch keinen natürlichen Sättigungsinstinkt begrenzt wird.
Bei einer Ernährung ohne absichtliches Töten und Verletzen nehmen Menschen den Tieren und Pflanzen nur Teile der Produkte weg, die diese für ihre eigenen Zwecke erzeugt haben. Dabei werden die Tiere und die Pflanzen nicht verletzt; es werden ihnen keine Schmerzen zugefügt, und sie werden auch nicht getötet. Zusätzlich ergibt sich die Möglichkeit, natürlich verstorbene Tiere und Pflanzen zu verwerten.
Das Verhältnis zwischen den nahrungsliefernden Pflanzen und Tieren einerseits und den von ihnen abhängigen Menschen andererseits läßt sich als eine Symbiose gestalten, bei der auch den Pflanzen und Tieren durch artgerechte Haltung und Pflege Vorteile geboten werden.
Bei pflanzlichen Produkten ist es wesentlich zu wissen, aus welchem Teil der Pflanze ein Produkt gewonnen wurde.
Die gesamte Pflanze - die Wurzeln mit den oberirdischen Teilen - ist ein empfindungsfähiges Lebewesen, während sich in Früchten, Samen, Korn und Nüssen noch kein Lebewesen entwickelt hat. Früchte (auch Hülsenfrüchte und Fruchtgemüse), Samen, Korn und Nüsse stellen die potentiellen Nachkommen einer Pflanze dar, die ihre Lebensfähigkeit jedoch erst unter günstigen Bedingungen (Wasser, Licht, Nährboden) entfalten. Von einem Lebewesen kann erst ausgegangen werden, wenn sich Leben (vgl. die Definition Kap. 1, S.10; Kap. 2, S. 153) unter entsprechenden Voraussetzungen entwickeln konnte.
Solange sich die Früchte und Samen noch an der (Mutter-)Pflanze befinden, stehen sie zu ihr wie ein heranwachsender Embryo, für den die Pflanzen auch besondere Schutzmaßnahmen ergreifen. Daher wäre es optimal erst dann zu ernten, wenn Früchte und Samen reif sind.
Auf den Anbau, die Ernte/Gewinnung und die artgerechte Versorgung von Pflanzen und Tieren können die Endnabnehmer oft nur mittelbaren Einfluß ausüben, da sie selten selbst Land- und Tierwirtschaft betreiben. Durch direkten Kauf bei Landwirtschaftsbetrieben, durch Abnahme von Produkten aus naturschonender und artgerechter Erzeugung kann die Umstellung auf tier- und pflanzenfreundliche Haltungsformen (vgl. 10. - 10.3.4) gefördert werden. Auch die Auswahl von Produkten nach Kriterien der Umweltverträglichkeit (Vermeiden von sogenannten "Pflanzenschutzmitteln", künstlichen Düngemitteln usw.) und artgerechter Tier- und Pflanzenversorgung kann neue Akzente in der Ausrichtung des Marktangebotes setzen.
Künstlich, d. h. chemisch/synthetisch hergestellte „Nahrungsmittel“ wurden absichtlich nicht in die Betrachtung miteinbezogen. Um ihre gesundheitlichen Auswirkungen zu testen, werden Tierversuche durchgeführt. Sobald an der Verträglichkeit Zweifel entstehen, werden auch immer wieder erneut Tests an Tieren vorgenommen.
Der Körper ist physiologisch auf die Verwertung von Stoffen eingestellt, die dem individuellen Bedarf des Organismus entsprechend aus ihrem natürlichen Wirkstoffgefüge herausgelöst werden. Dies ist bei chemisch/synthetischen Nahrungsmitteln nicht möglich.
Die folgenden 6 Nahrungsmittelgruppen können gewonnen werden, ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten:

- Milch und Milchprodukte
- Honig und Blütenpollen
- Eier
- Korn, Sämereien, Früchte, Hülsenfrüchte, Fruchtgemüse
- Salz
- (Mineral-)Wasser

Die zahlreichen Verarbeitungsweisen ermöglichen es, annähernd alle gewohnten Produkte herzustellen, wobei vom ethischen Standpunkt her bedenkliche Nahrungsmittel durch unbedenkliche aus den oben genannten Gruppen ausgetauscht werden können.
Fleisch kann zum Beispiel durch ein Surrogat aus Soja, Getreide oder Lupinensamen ersetzt werden.
Tierisches Eiweiß wird aus Milch, Milchprodukten (Dickmilch, Quark, Käse - ohne Labferment -, Butter usw.) und Eiern aufgenommen.
Für Menschen, die grundsätzlich auf sämtliche tierischen Produkte verzichten (vegane Ernährungs- und Lebensweise) besteht die Möglichkeit, Milchprodukte durch Sojamilcherzeugnisse auszutauschen.
Auch anstelle von Eiern, Käse und Aufschnitt gibt es entsprechende Nahrungsmittel auf Soja- und Getreidebasis.
Bei der fruktarischen Ernährung werden Früchte, Samen, Getreide und Nüsse verzehrt. Es ist die schonendste Ernährungsweise.
Das Abernten gemischter Baum- und Strauch-Plantagen kann bequem von Natursteinen oder Holzbrücken aus erfolgen, so daß Lebewesen nicht geschädigt werden müssen. Die Natur kann sich ungestört entwickeln, und zugleich entstehen Erholungsgebiete für Menschen.
Die frugivore Ernährung beschränkt sich auf Früchte, Samen und Nüsse (bevorzugt Baumobst), die vorwiegend roh verzehrt werden.
Die Empfehlung, Früchte, Samen und Nüsse als Rohkost zu sich zu nehmen, wird mit dem Hinweis auf die Denaturierung begründet, die einsetzt, wenn frische Kost durch die verschiedenen Verarbeitungsverfahren verändert wird. Weiterhin wird darauf hingewiesen, daß Menschen ursprünglich als Frucht- und Nuss-Verzehrende aus der Evolution hervorgegangen seien. Dies wird aus der körperbaulichen Ähnlichkeit (u. a. der Ausstattung des Gebisses) im Vergleich zu den Fruchtessern (z. B. Orang Utans, Gorillas und Gibbons) hergeleitet.
Weltweit wird die Anlage großflächiger, gemischter, extensiv bewirtschafteter Obstbaumplantagen empfohlen, die Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten, klimaregulierend und erosionshemmend wirken.

Gesunde Süßigkeiten werden bei der naturanen Ernährung nicht mit weißem Zucker oder Rohrzucker gesüßt, da zu deren Gewinnung die Pflanzen getötet werden, sondern mit süßenden Früchten, Fruchtsaft (z. B. eingedicktem Birnensaft), Fruchtmark, zerkleinerten (pürierten) Trockenfrüchten, Honig oder Fruchtzucker zubereitet.
Die zahlreichen Getreidesorten lassen sich zur Herstellung von Backwaren (Brot, Keksen, Kuchen usw.), Teiggerichten (Tortellini, Pizza, Pfannkuchen usw.), Nudeln, Gries u. v. a. verarbeiten.
Früchte sind - mit einigen Ausnahmen - roh verzehrt am gesündesten. Sie ergeben süße Gerichte (Eierkuchen, Apfelstrudel, Fruchtsuppen, Aufläufe, im Teigmantel Gebackenes u. v. a.). Gekocht finden sie als Marmelade (Konfitüre, Gelee u. ä.) sowie zum Süßen Verwendung.
Die vielen Sorten der Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen usw.) und Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen, Gurken u. a.) eignen sich als Hauptgerichte und Menü-Beilagen (3. Rezepte).
Diese sechs Nahrungsmittelgruppen beinhalten die ältesten und die gesündesten Lebensmittel. Sie erhalten alle Nährstoffe, insbesondere Eiweiße (Aminosäuren), Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die zur menschlichen Ernährung notwendig sind. Bei einem Verzicht auf tierisches Eiweiß aus Milchprodukten und Eiern, vermag auch die Kombination pflanzlicher Proteine durch ein vielseitiges und abwechslungsreiches Nahrungsangebot den Eiweißbedarf zu decken.

2.1 Die Nahrungsmittelgruppen, durch deren Verbrauch Tiere und Pflanzen
nicht geschädigt werden müssen

Die vegane Ernährung und Lebensweise, bei der auf tierische Produkte verzichtet wird, zeigt, daß die Nutzung von Tieren zur Versorgung der Menschen mit Produkten nicht unbedingt notwendig ist.
Die Lebensbedürfnisse der Pflanzen werden allerdings gegenwärtig vom Veganismus nicht berücksichtigt.
Während bei der veganen Lebensweise hingenommen wird, daß die empfindungsfähigen pflanzlichen Lebewesen lebend zerstückelt, verletzt und getötet werden, wird die Nutzung der Lebensäußerungen der Tiere, selbst in einer für sie unschädlichen Weise abgelehnt, da dies vom Veganismus aus als Freiheitsberaubung und Unterdrückung betrachtet wird.
Wenn der Grund des Verzichts auf bestimmte Produkte in der Achtung von Lebewesen besteht und Leidzufügungen möglichst vermieden werden sollen, dann sollten nicht bestimmte Lebewesen von ihrem Recht auf unversehrte Existenz ausgeschlossen und andere zu deren Nachteil bevorzugt werden. Das Schädigen, Verletzen und Vernichten pflanzlicher Lebewesen zugunsten eines leidfreieren Lebens der Tiere bedeutet nur das Verschieben des Leidens in den pflanzlichen Bereich. Da es für Menschen schwerer ist, pflanzliche Ausdrucksformen zu verstehen, fällt es leichter, ihre Lebensäußerungen zu übergehen und sie zu empfindungslosen Objekten zu degradieren. Die Formen der Ernte pflanzlicher Produkte (Früchte, Samen) entsprechen dem Entnehmen von Honig und Milch bzw. der Gewinnung von Wolle bei Tieren. Wenn Tiere in gar keiner Weise für die Gewinnung von Rohstoffen herangezogen werden sollen, dann müßte für die ebenso empfindungsfähigen Pflanzen das Gleiche gelten. Andernfalls fände kein Bemühen um eine gleichwertige Achtung sämtlicher Lebensformen innerhalb des menschlichen Handlungsspielraumes statt.
Da Menschen sich ernähren müssen, ist eine artgerechte Haltung mit schonenden Gewinnungsverfahren, die im schlimmsten Falle als Diebstahl (Honig, Milch) zu bewerten wären, immer noch erträglicher, als das Verletzen und Töten von Lebewesen.
Der hier beschriebene Naturanismus geht davon aus, die Lebensäußerungen von Pflanzen und Tieren in einer umsichtigen und achtungsvollen Weise - ohne beabsichtigtes Verletzen oder Töten - zu nutzen, wobei die Lebensqualität der zum menschlichen Vorteil gehaltenen Lebewesen ausdrücklich im Vordergrund steht.

1. Milch und Milchprodukte
Säugetiere erzeugen Milch zur Ernährung ihrer Nachkommenschaft. Menschen können, ohne Beschwerden zu verursachen, an dieser Nahrung teilhaben. Voraussetzung sind an die natürlichen Bedingungen angepaßte Haltungsformen, bei denen das Kälbchen zuerst trinkt und Menschen lediglich die Überschüsse der Milchproduktion von Tieren, die sich melken lassen, gewinnen.

2. Honig und Blütenpollen
Diese gespeicherte Nahrung der Bienen läßt sich in Maßen so gewinnen, daß die Bienenvölker nicht beeinträchtigt werden und Vorteile aus der vorausschauenden Betreuung durch Menschen erhalten.

3. Eier (von Hühnern aus Freilandhaltung)
In einem Ei steckt, je nachdem, ob es befruchtet oder unbefruchtet ist, die Entwicklungsmöglichkeit für ein Lebewesen, sofern das Ei bebrütet wird. Da Eier nach dem Legen gesammelt werden, kann keine Entwicklung zu einem empfindungsfähigen Wesen einsetzen. Bei unbefruchteten Eiern entfällt diese Möglichkeit völlig.

4. Korn, Sämereien, Nüsse, Früchte, Fruchtgemüse, Hülsenfrüchte
In Korn- und Samenarten ist die Entwicklungsfähigkeit für neues Leben angelegt. Korn und Samen stellen per Definition noch kein Leben dar. Erst wenn sie zur Keimung gebracht werden, hat sich ein empfindungsfähiges Lebewesen gebildet. In der Natur kommt nur ein Teil der Samen zur Entwicklung, und in fast jeder Generation ist ein großer Überschuß potentieller Nachkommen vorhanden.
Bei Früchten ist der entwicklungsfähige Kern von Fruchtfleisch umschlossen, oder Samen sind mit Fruchtfleisch verbunden. Indem Tiere Fruchtfleisch und Samen verzehren, ernähren sie sich und scheiden auf ihren Wanderungen Samen aus, so daß diese neuen Lebensraum besiedeln können. Die meisten einjährigen Pflanzen (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer usw.) sind bei der Ernte bereits abgestorben, so daß keine empfindungsfähigen Lebewesen verletzt werden.

5. Salz

6. (Mineral-)Wasser

 


2.2 Milch und Milchprodukte

Die prozentuale Zusammensetzung der Inhaltsstoffe von Milch und Milchprodukten (Milcheiweiß, Kasein, Milchzucker, Milchfett/Rahm, Vitamine und Mineralstoffe) variiert bei den verschiedenen Säugetierarten sowie auch zwischen den verschiedenen Tierrassen. Auch die Qualität des Futters beeinflußt den Gehalt der Milch. Die auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Milchtierhaltung hat aufgrund der unnatürlichen und qualvollen Haltungs- und Aufzuchtbedingungen den Milch- und Meiereiprodukten einen schlechten Ruf eingetragen. Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen haben auch auf die Verknüpfung zwischen der Milch- und Fleischerzeugung hingewiesen und den Verzicht auf Milch- und Milchprodukte nahegelegt. Empfohlen wird die Verwendung von Sojamilch und Sojamilchprodukten.
Zum Schutze der Vegetation vor Überweidung sollten Ziegen, Schafe, Rinder, Pferde u. a. nur in der Menge extensiv gehalten werden, wie in der jeweiligen Region natürlicherweise freilebende, pflanzenfressende Tiere vorkämen. Freilebende Tiere, die Pflanzen zu ihrer Ernährung verletzen (müssen), kommen in jedem Vegetationstyp vor; es kommt aber zu einer zusätzlichen Schädigung, wenn unnatürlich viele Tiere gezüchtet werden. Statt einen gesunden Tierbestand unter artgerechten Bedingungen leben zu lassen, bewirkt die Profitgier, daß Milchtiere zu oft gedeckt werden und zu häufig abkalben oder ablammen müssen. Nach der Geburt werden ihnen ihre Neugeborenen weggenommen. Die männlichen sowie die weniger leistungsfähigen weiblichen Tiere werden geschlachtet. Um die Milchausbeute zu erhöhen, werden die Jungtiere künstlich großgezogen. Dabei wird ihnen der für Säugetiere so wichtige Kontakt zu einem Muttertier oder (bei einem Ausfall der biologischen Mutter) zu einem adäquaten Ersatz vorenthalten, durch den die, für die gesunde Entwicklung notwendige, Umsorgung sichergestellt wird. In diesem Zusammenhang ist auch auf die, aus den Aufzuchtbedingungen resultierenden, Verhaltensauswirkungen hinzuweisen: z. B. Bullen aus Mutterkuhhaltung sind friedlicher und im allgemeinen viel umgänglicher als künstlich aufgezogene Tiere, die oft nie mit älteren Tieren in Kontakt kommen konnten, sondern lediglich mit ebenso verwaisten Gleichaltrigen. Bullenhaltung bei gleichzeitiger Mutterkuhhaltung wird so gefahrlos wie die Haltung der Mutterkühe selbst. Einwirkungen auf die Bullen sind unkompliziert und ohne tierquälerische Sicherheitsvorkehrungen möglich. In Extremsituationen - so zum Beispiel auf unergiebigen Weiden, bei der Beweidung von Restgrünland in schwer zugänglichen Hanglagen oder bei wechselnden
klimatischen Bedingungen - verhalten sich Tiere aus Mutterkuhhaltung findiger und anpassungsfähiger.
Muttertiere, denen ihr Junges/ihre Jungen nach der Geburt weggenommen wurden, weisen in ihrem Verhaltensausdruck auf das Leiden und den Schmerz hin, der ihnen durch Fortnahme ihrer Neugeborenen zugefügt wird. Bei Kühen wurde Tränenfluß nach der Wegnahme des Kälbchens festgestellt.
Es gibt Ausnahmesituationen, in denen eine teilzeitlich getrennte Aufzucht eines oder mehrerer Jungtiere von der Mutter notwendig wird, um nicht die Gesundheit oder das Leben der Tiere zu riskieren. Dabei handelt es sich um Fälle, in denen Mütter ihre Nachkommen nicht annehmen oder durch Mehrlingsgeburten überfordert sind, oder auch den Verlust des Muttertieres selbst. Dennoch besteht auch während einer solchen - aufgrund einer Ausnahmesituation - herbeigeführten künstlichen Aufzucht die Möglichkeit des Kontaktes zu Muttertieren während des Weideganges sowie auch zu anderen älteren Tieren auf dem Freigelände oder im Stall.
Muttertiere und ihr Nachwuchs sind in besonderer Weise auch physiologisch aufeinander eingestellt: Die Erstmilch (Biestmilch, Kolostralmilch), die sich nach der Geburt bildet, enthält zusätzlich zu einem besonders hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt für das Neugeborene (Rind, Schaf, Ziege, Pferd) Kolostrum (lebenswichtige Immunglobine und Antikörper), das für die Entwicklung des Jungtieres wegen fehlender körpereigener Abwehrstoffe unentbehrlich ist. Nur innerhalb der ersten 24 Stunden weist die Milch der Muttertiere jene lebenswichtigen Immunstoffe auf, und auch nur innerhalb dieses Zeitraumes besitzt das Neugeborene die Fähigkeit, Immunglobine ohne Minderung der physiologischen Wirksamkeit über die Nahrung aufzunehmen und ohne daß es zu einer Veränderung der Eiweißkörper im Darm kommt.
Es ist daher wichtig, einen (tiefgekühlten) Vorrat für Notfälle (verspäteter Einsatz der Milchproduktion, Ausfall des Muttertieres o. ä.) anzulegen, der aus der überschüssigen Erstmilch besteht, die ausgemolken wird, nachdem das Neugeborene erstmals gestillt wurde. Die Bezeichnung "Kolostralmilch" leitet sich von den Kolostrumkörperchen ab, die in großer Anzahl in der Erstmilch enthalten sind. Die Funktionen der Kolostrumkörperchen sind noch Gegenstand der Forschung.
Die Beziehungen zwischen Mutter und Jungtier sind in physiologischer und in verhaltensphysiologischer Hinsicht viel tiefgreifender, als bisher angenommen wurde, so daß eine Trennung zwischen dem Muttertier und dem Neugeborenem nicht nur gegen die Forderung nach artgerechter Tierhaltung verstößt, sondern einen Eingriff in das Leben und die Entwicklung darstellt, dessen Auswirkungen weder einzuschätzen noch zu verantworten sind.
Statt in einer artgerechten Tierhaltung zu leben, müssen viele Tiere ihr Leben lang unter den qualvollen Bedingungen der Massentierhaltung leiden, ohne Bewegungsmöglichkeiten, unter ständiger Einwirkung von Medikamenten (u. a. Antibiotika) und chemischen Präparaten sowie pharmakologisch wirksamen Zusatzstoffen zur Krankheitsvorbeugung, zur Wachstums- und Mastbeschleunigung sowie auch zur Ruhigstellung und Streßminderung.
Rückstände dieser Stoffe können über die Milch- und Milchprodukte auch in den menschlichen Körper gelangen, wobei über die Folgen, insbesondere in der Wechselwirkung mit Medikamenten und Umweltgiften, noch wenig bekannt ist. Der Einsatz von Medikamenten und Zusatzstoffen (mit Ausnahme der vorbeugenden Impfungen gegen Tollwut, Maul- und Klauenseuche sowie der Behandlung aktueller Erkrankungen) ist bei artgerechter Tierhaltung überflüssig. Wenn die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt werden, dann entwickeln sie sich auch gesund, kräftig und widerstandsfähig.
Qualvolle Haltungsbedingungen sind weder notwendig noch zu rechtfertigen. Auch die angebliche Rentabilität, die die daran verdienenden Industriezweige (die Pharmaindustrie sowie Branchen der Konstruktion und des Verkaufs von Stallanlagen, Zubehör u. a.) versprechen, erweist sich als Fehlkalkulation. Dies belegt bereits die hohe Verschuldung bäuerlicher Betriebe, die in Abhängigkeit von solchen industriellen Produkten wirtschaften.
Bei der Milchtierhaltung entfällt die Veranlassung, eine künstliche Steigerung der Milchmenge zu forcieren (wie die Milchüberschußproduktion zeigt). Statt dessen besteht Bedarf an qualitativ hochwertiger Milch (geringe Rückstandsbelastung, natürliches Futter) aus artgerechter Tierhaltung. Es ist daher weder notwendig, Kühe, Schafe und andere Tiere zu oft zu decken und abkalben/ablammen zu lassen, noch brauchen den Muttertieren die Jungen weggenommen zu werden.
Ebenso wie bei Menschen beginnt auch bei Kühen, Schafen, Stuten, Ziegen und anderen Säugetieren die Milchbildung erst einzusetzen, wenn Nachwuchs heranwächst. Dann aber hält die Milchproduktion circa 2 Jahre an, wobei die Milchmenge während dieses Zeitraumes langsam abnimmt. Die täglich vorhandene Milchmenge hängt von dem Bedarf des Nachwuchses ab, auf den sich der Körper der Mutter einstellt, indem dem Verbrauch entsprechend mehr oder weniger Milch bereit gehalten wird. Nachdem die Nachkommenschaft ihren Milchbedarf gedeckt hat, kann die überschüssige Milch für den menschlichen Genuß gemolken werden, so daß Menschen, ohne Beschwerden zu verursachen, an der Milchproduktion der Tiere teilhaben können. Die Milcherzeugung ist bei den auf Milchleistung gezüchteten Tierrassen besonders ergiebig. Da die Zucht von Hochleistungstieren zu einer Überforderung der körperlichen Konstitution führt, wird hier kein Bezug auf Hochleistungsrassen genommen.
Nach der Milchentnahme wird innerhalb der folgenden Stunden, maximal nach 12 Stunden, die gesamte Milchmenge nachgebildet. Bei Milchkühen kann die überschüssige Milch anfänglich um 15 Liter betragen, da das Kälbchen noch sehr wenig aufnimmt. Während des Wachstums steigt der Milchbedarf des Kalbes, so daß die Menge der verbleibenden Restmilch geringer wird. Langfristig - auch noch nachdem sich das Jungtier bereits auf Grün- und Trockenfutter umgestellt hat - reduziert sich die Milchleistung nur langsam und beträgt auch nach etwa 2 Jahren immer noch einige Liter am Tag. Auch die anspruchslosen Hochland-Rinderrassen erbringen während der Stillperiode im Durchschnitt noch 3 Liter überschüssige Milch, die für menschliche Zwecke genutzt werden kann.
Die Milchtierhaltung läßt sich mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand so gestalten, daß die Gesundheit und die Lebensqualität der gehaltenen Tiere im Mittelpunkt steht (vgl. 10.1 und 10.1.4). Zugleich können die Vorteile für die menschliche Versorgung genutzt werden.


2.3 Honig und Blütenpollen

Nektar und Honigtau verwandeln Bienen unter Zugabe von Fermenten und weiteren Wirkstoffen zu Honig. Der Honig wird in Waben gespeichert, die vorsichtig entnommen werden können. Aus diesem Vorrat bedienen sich auch die Menschen, die Imkerei betreiben.
Während der Arbeit an Bienenvölkern muß äußerst behutsam und umsichtig vorgegangen werden, um Bienen nicht zu verletzen oder zu zerquetschen.
Eine erstrebenswerte Wirtschaftsweise besteht darin, an den Honig- und Blütenpollenvorräten teilzuhaben, ohne sie rigoros auszubeuten und ohne die bewundernswerte Arbeitsleistung der Bienen55 zusätzlich zu strapazieren. Daher sollten Streß und Panikstimmung im Bienenvolk weitgehend vermieden werden.
Zwischen Bienen und Imkern besteht im optimalen Falle eine Gemeinschaft zu beiderseitigem Vorteil: Die wertvollen Naturprodukte Honig und Blütenpollen kommen der menschlichen Gesundheit zugute, und die Entwicklung zu einem kräftigen, gesunden Bienenvolk wird durch vorausschauende Fürsorge unterstützt.
Honig gibt es in zahlreichen Sorten, jeweils nach den hauptsächlichen Trachtpflanzen benannt, mit unterschiedlichen geschmacklichen und aromatischen Eigenschaften. Einige Honigsorten verfeinern Speisen durch einen charakteristischen Geschmack, während andere Honige sehr neutral süßen.
Durch seine konservierenden Eigenschaften verlängert Honig auch die Haltbarkeit zubereiteter Nahrungsmittel.
Ein guter Honig ist "kaltgeschleudert" gewonnen worden und hat damit die Fähigkeit zur Kristallisation behalten, an der erkennbar ist, daß die Wirkstoffe im Honig nicht durch Überhitzung geschädigt wurden (Ausnahme: der flüssige Akazienhonig). Kristallisierter Honig kann leicht wieder verflüssigt werden, indem das Honigglas in ein heißes Wasserbad gestellt wird. Dabei sollte die maximale Temperatur von 35-40°C nicht überschritten werden. Die Farbe, der Geschmack, die Konsistenz und die Inhaltsstoffe des Honigs hängen von den Trachtpflanzen ab, auf denen die Bienen den Nektar und den Honigtau sammeln.
Die folgende Übersicht der Inhaltsstoffe orientiert sich an gängigen Mittelwerten ohne Berücksichtigung bestimmter Honigsorten:

40 % Fruchtzucker
30 % Traubenzucker (Dextrose)
17 % Wasser
5 % Dextrine (Kohlehydrate, ähnlich der Stärke)
5% Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe,
verschiedene Säuren (Zitronen-, Apfelsäure u. a.),
Enzyme, Inhibine (bakterienwachstumshemmende Stoffe),
Hormone, Geschmacks- und Aromastoffe.

Den Ernährungswert des Honigs verdeutlicht der Versuch des Amerikaners M. H. Haydack (Edmund Herold: Heilwerte aus dem Bienenvolk, 1979, S. 118/119). Das Ergebnis des Versuchs zeigte, daß sich ein Mensch über einen längeren Zeitraum - im Versuch 12 Wochen - ohne gesundheitliche Schäden ausschließlich von Honig, Milch und Vitamin C-haltigen Früchten ernähren kann.

Blütenpollen

Blütenpollen ist der Blütenstaub (die männlichen Fortpflanzungszellen in Blütenpflanzen), der von den Bienen als eine wertvolle eiweißhaltige Nahrung zusätzlich zum Honig in den Bienenstock gebracht wird.
Der Körper der Honigbiene (Apis mellifica) ist in besonderer Weise auf den Transport des Blütenpollens eingestellt. Die Biene wird beim Honigsammeln mit dem Pollen der Blüten eingestäubt, den sie geschickt zusammenbürstet und mit etwas Honig zu einer formbaren Masse vermengt, die sie dann als kleine, (meist) gelbe Klümpchen an den besonders dafür geeigneten Hinterbeinen transportiert.
Zwischen vielen blühenden Pflanzen und Bienen (sowie auch anderen Insekten) besteht eine Beziehung zu allseitigem Vorteil. Die Pflanze bietet der Biene Nektar an. Diese ist nach ihrem Besuch in der Blüte mit Blütenstaub bedeckt. Da eine Biene nur die Blüten einer Pflanzenart aufsucht (Fachausdruck "Blütenstetigkeit"), bestäubt sie während des Honigsammelns die Blüten und trägt so zur Erhaltung dieser Pflanzenart bei (eine Tätigkeit, die schließlich langfristig auch den Bienen selbst zugute kommt). Mit einer "Pollenfalle", die vor dem Flugloch des Bienenstocks angebracht wird, kann der Blütenpollen ganz oder teilweise gewonnen werden. Die heimkehrenden Bienen streifen sich beim Passieren der Pollenfalle den Blütenpollen von den Hinterbeinen ab und kommen mit dem Honig in den Bienenstock, aber ohne oder nur noch mit einem Teil des gesammelten Blütenpollens.
Ungeeignet sind Pollenfallen, die zu Verletzungen der Tiere führen können.

Bei der Gewinnung von Blütenpollen sollten die Bienenvölker nicht vollständig ausgebeutet werden. Zur Ernährung der Bienen gibt es für diese hochwertige Nahrung keinen gleichwertigen Ersatz.
Farbe, Form und Inhaltsstoffe des Blütenpollens variieren den Pflanzenarten entsprechend.

Zu den Inhaltsstoffen gehören u. a.:

Proteine, Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren,
Vitamine: Provitamin A, Vitamin C, E, P, Biotin,
Mineralstoffe: darunter Kalium (K), Kalzium (Ca), Natrium (Na),
Magnesium (Mg), Phosphor (P),
Spurenelemente: Kupfer (Cu), Kobalt (Co), Mangan (Mn),
Molybdän (Mo), Zink (Zn), Chrom (Cr),
Antibiotika, hormonartige Stoffe und Duftstoffe.

Die Wirkungsweisen des Blütenpollens sind noch nicht sämtlich bekannt. Blütenpollen gilt als ein leistungssteigerndes Aufbaumittel mit verschiedenen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Er wird vor allem vorbeugend zur Gesundheitserhaltung, zur Vitalisierung und zur Kräftigung während der Rekonvaleszenz genommen.
Zu den Heilwirkungen von Honig und Blütenpollen vgl. 8.10.


2.4 Eier von Hühnern aus Freilandhaltung

Artgerechte Tierhaltung mit ausreichendem Auslauf ist nur bei Freilandhaltung gegeben. Formen der Massenhaltung in Legebatterien und anderen beengten Käfigen lassen das Leben der Tiere zu einer unerträglichen Qual werden.
Bei der Bodenhaltung sind zahlreiche Tiere in hallenähnlichen Räumlichkeiten untergebracht, nicht selten in einer großen Anzahl sowie in einer bedrückenden Enge und ohne jemals in eine natürliche Umgebung zu gelangen. Werden zu viele Tiere auf einer kleinen Fläche gehalten, dann wirkt sich dies als ein schwer belastender Streß für das Individuum aus.
Größtenteils handelt es sich beim Verzehr von Eiern um Hühnereier; geringere Bedeutung haben zur Zeit die Eier von Enten, Gänsen und anderen Tieren.
Je nachdem, ob mit den Hühnern noch ein Hahn gehalten wird, können die Eier befruchtet oder unbefruchtet sein. In den befruchteten Eiern würde nach ausreichender Brutzeit ein Lebewesen heranwachsen; eine Möglichkeit, die bei unbefruchteten Eiern nicht besteht. Da die zum Verbrauch bestimmten Eier kurz nach dem Legen eingesammelt werden, kommt es zu keiner Bebrütung, und es kann sich kein Lebewesen entwickeln.
Bei Hühnern sowie auch bei anderen eierlegenden Tieren besteht das Bedürfnis, (die eigenen) Eier zu bebrüten und die Nachkommenschaft großzuziehen in sehr unterschiedlichem Maße. Eine artgerechte Tierhaltung berücksichtigt diese Bedürfnisse.
Bei Hühnern, die älter werden, reduziert sich die Legeleistung. Während ihres Lebens haben diese Tiere hochwertige Nahrungsmittel sowie die Grundlage für Medikamente und Pflegemittel erzeugt, die Menschen und möglicherweise auch Tieren zugute kam. Im Alter sollte ihnen ein ruhiges Leben in der vertrauten Umgebung ermöglicht werden. Wenn Menschen die Lebensäußerungen von Lebewesen nutzen, dann sollten diesen Individuen auch deutliche Vorteile als Gegenleistung geboten werden. Zu den Vorteilen zählen Haltungsbedingungen, die Auslauf- und Bewegungsmöglichkeiten ähnlich wie in der Natur und zugleich Schutz- und Rückzugsbereiche bieten, eine qualitativ hochwertige Versorgung, gesundheitliche Fürsorge sowie ein Altern in Würde in der gewohnten Umgebung.
Für Ei gibt es Ersatzprodukte aus Soja oder Johannesbrotkernmehl. Rührei läßt sich z. B. durch püriertes Tofu in Sojamilch ersetzen.


2.5 Korn, Kerne, Sämereien, Früchte, Fruchtgemüse, Hülsenfrüchte

sind Produkte, die Pflanzen zu ihrer Reproduktion herstellen. Sie ergeben die vielfältigste und umfangreichste Nahrungsmittelgruppe. Die samen- und früchtespendenden Pflanzen sind so zahlreich, daß hier eine Aufzählung nicht einmal annähernd möglich ist. Samen sind die potentiellen Nachkommen der Pflanzen. In ihnen ist die Entwicklungsmöglichkeit für ein Lebewesen angelegt. Ein Lebewesen entsteht jedoch erst, wenn der Samen zur Keimung kommt. Beim Verzehr von Sämereien und dem sie möglicherweise umhüllenden Fruchtfleisch wird zwar die potentielle Entfaltungsmöglichkeit für ein Lebewesen genommen, aber es werden weder Schmerzen noch Leiden verursacht, da noch kein bewußtes, empfindungsfähiges Lebewesen entstanden ist.
Die Pflanze ist im Gegensatz zu den Samen ein mit Bewußtsein ausgestattetes Lebewesen, das sich mit der allen Lebensformen eigenen Empfindungsfähigkeit, der Eigenschaft, die das Erleben von Gefühlsregungen einschließt, orientiert. Emotionen - gleich welcher Art - setzen Bewußtsein voraus, durch das erst das Empfinden der Gefühle möglich wird.
Pflanzen reagieren nicht nur rein mechanisch auf ihre Umwelt, sondern - wie Versuche unter anderem von Cleve Backster (vgl. 1.5.4.2) gezeigt haben - erleben emotionale Zustände wie Schmerzen/Leiden und Wohlbefinden. Dies schließt jedoch nicht aus, daß auch Pflanzen, ebenso wie Tiere und Menschen, zusätzlich über unwillkürliche körperliche Funktionen, Reflexe und Automatismen verfügen, die nicht bewußt kontrolliert werden.
Gefühle sind die primären Orientierungsmittel aller Lebewesen, die auch ohne eine geistige Beteiligung, Informationen zur Erhaltung des Organismus geben. Emotionen wie das Bedürfnis, Schmerzen/Leiden zu vermeiden und das Bestreben nach Wohlbefinden wirken bereits lebenserhaltend und zum Schutze des Organismus, bevor die Fähigkeit, Erfahrungen zu verarbeiten, einsetzt und ebenso, wenn geistige und psychische Funktionen ausfallen sollten.
In der Entwicklung des Lebens gibt es keine Abgrenzungen zwischen Pflanzen und Tieren. Es gibt Lebewesen, die Zwischenformen einnehmen und sowohl Pflanze als auch Tier sind bzw. wechselnd pflanzliches und tierisches Leben repräsentieren.
Allen Lebewesen - unabhängig von ihren artspezifischen und individuellen Ausprägungen - ist die Absicht gemeinsam, unbeschadet zu existieren und Schmerzen/Leiden zu vermeiden.
Das Bemühen, Leiden von sich fernzuhalten, kennzeichnet sämtliche Lebensformen. In einem auf Ursache und Wirkung beruhenden Universum ist es daher von Bedeutung, die Existenzbedürfnisse anderer Lebewesen zu achten und zu berücksichtigen, auch wenn diese anders gestaltet sind, so wie die Tiere und Pflanzen. Die Bereitschaft, andere Lebewesen nicht zu schädigen und nicht zu verletzen, wird lediglich durch die natürlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten sowie die Erhaltung eigener Lebensfunktionen begrenzt (vgl. 1.4).
Pflanzen haben sich auf ihre Umwelt und auf die sie umgebenden Lebewesen eingestellt, u. a. hinsichtlich der Ausstattung ihrer Nachkommen, so daß deren Überlebens- und Verbreitungschancen erhöht werden. Dabei haben Pflanzen sehr unterschiedliche Spezialisierungen zu ihrer Fortpflanzung und Verbreitung hervorgebracht. Durch Wind, Wasser, Tiere, Menschen sowie pflanzeneigene Ausbreitungsverfahren (wie Schleudermechanismen) werden Samen von den Elternpflanzen forttransportiert. Bei vielen Pflanzen wäre es äußerst ungünstig, wenn die Samen in direkter Nähe der Mutterpflanze zu keimen begännen. Würde unter einem Apfelbaum nur ein einziger Samen des Baumes heranwachsen, dann hätte der junge Apfelbaum nur geringe Entwicklungschancen im Schatten des Elternbaumes. Es würden sich Beeinträchtigungen hinsichtlich des Licht- und des Platzbedarfs sowie bei der Versorgung mit Mineralstoffen aus dem Boden ergeben.
Pflanzen haben daher Ausrüstungen hervorgebracht, die die Verbreitung ihrer Nachkommen begünstigen: Flugkörper, die das Gleiten im Wind ermöglichen, Widerhaken und haftende Materialien verschaffen den Samen Halt im Fell von Tieren. Der Zusatz von Fruchtfleisch
veranlaßt Tiere, Samen mit aufzunehmen, die sie dann während ihrer Wanderungen wieder ausscheiden.
Für viele Insekten, Vögel, Nagetiere und Säugetiere (darunter auch Menschen) stellt Fruchtfleisch ein attraktives Nahrungsangebot dar. Den Pflanzen gelingt es dadurch, Tiere zu veranlassen, ihnen ihre potentiellen Nachkommen weiterzubefördern. Für die Entwicklung des Samens selbst hat das Fruchtfleisch keinen Nutzen. Die Keimung kann jedoch durch eine feste Umhüllung (wie bei Kernen und Nüssen) sowie durch keimhemmende Stoffe im Fruchtfleisch verhindert werden. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit für das Auskeimen, ungünstige Perioden (z. B. Trockenphasen) zu überdauern.
Während des Verdauungsprozesses im Magen/Darm von Tieren und Menschen sind die Samen vor der Magensäure weitgehend geschützt, und mitunter werden die Samen erst keimfähig, wenn sie durch den Verzehr des Fruchtfleisches von keimhemmenden Stoffen getrennt werden (z. B. bei Tomaten). Die Samen, die den Magen-Darm-Trakt unversehrt passiert haben, gelangen zusammen mit dem Ausscheidungsmaterial, das ihnen zugleich Dünger liefert, auf den Boden oder an einen anderen Ort, und werden, wenn es die Bedingungen erlauben, dort auskeimen und sich entwickeln.
Einige Pflanzen haben sich bei der Verbreitung ihrer Nachkommen in besonderer Weise auf Tiere eingestellt.
Die Mistel, eine Pflanze, die auf Bäumen lebt, stattet ihre Früchte mit Leimsubstanzen aus. Die Samen müssen in andere Baumkronen transportiert werden und an der Baumrinde haften. Die Beerenfrüchte der Mistel werden von einigen Vogelarten, u. a. der Misteldrossel, aufgenommen. Dabei passieren die Samen entweder den Darm der Vögel und landen zusammen mit der Ausscheidungsmasse oft wieder im Astwerk eines Baumes oder die leimigen Substanzen lassen den Samen am Vogelschnabel festkleben. Beim Wetzen des Schnabels wird der Samen dann durch den Vogel auf einem Ast abgelagert. Dort bleibt er mittels der Leimsubstanz kleben und kann zur Keimung gelangen.
Pflanzen und Tiere haben im Verlauf der Evolution einander ergänzende Verhaltensweisen hervorgebracht, durch die sie die (nahrungsspendenden) Pflanzen verbreiten. Die existentiellen Vorgaben gehen dabei von den Pflanzen aus, die den lebensnotwendigen Sauerstoff für Tiere und Menschen produzieren sowie auch deren Nahrungsbedürfnisse mit berücksichtigen (Nektar, Fruchtfleisch). Pflanzen bringen Samen i. d. R. mit einem großen mengenmäßigen Überschuß hervor, wobei nicht nur schwankende Entwicklungsbedingungen einkalkuliert sind, sondern auch die Vorliebe vieler Insekten, Pilze, Bakterien, Vögel, Nagetiere und Säugetiere - darunter auch der Menschen -, die Samen und Fruchtfleisch als wertvolle Nahrung schätzen.
Durch die Bereitstellung von Sauerstoff, Fruchtfleisch und Samen vermögen es die Pflanzen, Tiere und Menschen umfassend zu versorgen, so daß, außer der Aufnahme von Wasser, weitere Nahrung nicht einmal unbedingt nötig wäre. Es besteht daher keine Notwendigkeit, die pflanzlichen Lebewesen zu verletzen oder zu töten.
Menschen verdanken ihre gesamte Existenz diesen Vorausleistungen der Pflanzen. Ohne den Sauerstoff, den Pflanzen produzieren, wären sie nicht einmal einige Minuten aus eigenem Vermögen lebensfähig. Dennoch danken Menschen dies alles den Pflanzen kaum, noch achten sie deren Lebensbedürfnisse, sondern verletzen und töten die Lebewesen, die für Tiere und Menschen erst die Existenzmöglichkeiten schaffen. In der Landwirtschaft und im Gartenbau sind Verfahren verbreitet, bei denen bewußt das Schmerzempfinden und die Todesangst von Pflanzen zur Ertragsförderung benutzt werden. Wenn Pflan-
zen durch Verletzungen oder existentielle Mangelerscheinungen in Angst (um ihr Überleben) geraten, verhalten sie sich so, wie dies bei Eltern von Tieren und Menschen vorkommt; sie bieten einen Großteil ihrer Kraft für die Überlebenschancen ihrer Nachkommen auf.
Durch Verletzen des pflanzlichen Organismus (Schneiden der Triebe usw.) und künstlich herbeigeführtem Wassermangel (u. a. im Reisanbau) werden Pflanzen in eine Panikstimmung versetzt. Da ihr eigenes Leben bedroht ist, geben sie noch einmal einen Großteil ihrer Energie in die Entwicklung ihres Nachwuchses, so daß dieser qualitativ und quantitativ besonders begünstigt wird.
Wenn Pflanzen sich im Streß befinden, werden ihre Verhaltensweisen als "Notreaktionen" bezeichnet. Die Ergebnisse des Erlebens von Streß sind "Angstfrüchte" und "Nottriebe". "Nottriebe" und "Angstfrüchte" sowie "Hyperfruktifikation", die aus einer Panikstimmung resultierende, quantitativ und qualitativ übermäßige Fruchtproduktion, entstehen, wenn Notreaktionen der Pflanzen auf existentielle Bedrohungen (Verletzungen, Dürrekatastrophen, saurer Regen usw.) erfolgen.
Das Hervorrufen von Panikreaktionen bei Pflanzen mit dem Ziel, den Ernteertrag zu erhöhen, ebenso wie zahlreiche Zuchtverfahren (sterile Linien) und die unkalkulierbar riskante Gentechnologie sind weder notwendig (Stichwort: Ernteüberschußvernichtung), noch werden sie als Hilfe für hungernde Menschen entwickelt und eingesetzt. Um Marktpreise künstlich hochzuhalten, wird ein erheblicher Ernteanteil beseitigt. Die Verbraucherschaft würde Preissenkungen begrüßen und ebenso die Hungernden, denn Früchte sind leicht konservierbar und Samen ohnehin jahrelang haltbar. Statt die Vernichtung dieser Nahrungsmittel zu finanzieren, könnten die Kosten ebenso für deren Konservierung und den Transport in "Hungergebiete" verwendet werden. Dennoch werden z. B. Getreidesorten gezüchtet, die sich selbst nicht mehr reproduzieren können (sterile Linien), so daß die Abnehmerschaft in eine ständige Abhängigkeit zu den kommerziellen Saatgutzuchtbetrieben gelangt, da sie aus den Samen ihrer eigenen Ernten keine Pflanzen nachziehen können. Ernteüberschüsse werden mitunter zu "Dumping-Preisen" auf den Weltmarkt gebracht, so daß ein Preisverfall einsetzt, der sich zum Nachteil der Anbieter auswirkt, die auf einen bestimmten Gewinn angewiesen sind. Auch die Verschuldung ärmerer Staaten kann dadurch begünstigt werden, da nun auch sie ihre Produkte weit unter dem üblichen Preisniveau verkaufen müssen.
Preiswert erzeugte landwirtschaftliche Produkte, die den Markt überschwemmen, werden zu einer gefürchteten Konkurrenz, der meistens durch den Zukauf von erzeugungssteigernden Produkten (Düngemittel, Biozide etc.) zu begegnen versucht wird.
Durch finanzielle Verluste sowie durch Verschuldung wird die Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Diktat großer Industriekonzerne eingeleitet und fundamentiert.
Beim Einsatz der Gentechnologie , deren Gefährlichkeitspotential kaum einzuschätzen ist, geht es nicht um die Beseitigung des Hungers in der Welt, sondern um die kommerzielle Nutzung patentierter Lebewesen durch Großkonzerne, die nach Gewinnmaximierung streben.
Die Bedingungen der Haltung und Pflege von Pflanzen sind derzeit noch primär auf die Nutzbarmachung pflanzlichen Lebens für menschliche Zwecke ausgerichtet. Artgerechte Haltung und Ernteverfahren, die sich an den Lebens- und Entwicklungsinteressen der Pflanzen (als vollwertig geachtete, empfindungsfähige Lebewesen) orientieren, sind gegenwärtig noch eine Seltenheit. Allerdings bestehen auch im Umgang mit Tieren und Menschen (sowie der Natur selbst) noch erhebliche Mängel hinsichtlich der Achtung und der Bereitschaft zur Berücksichtigung der Bedürfnisse Anderer.
Im optimalen Falle werden Früchte und Samen erst geerntet, wenn der Reifungsprozeß abgeschlossen ist und die Mutterpflanze sich von ihren Nachkommen trennt. Vor dem Frucht- und Blattfall bilden Pflanzen eine innere Trennschicht aus korkähnlichen Zellen.
Auch die Inhaltsstoffe in den Samen und Früchten sind der Gesundheit von Menschen und Tieren in der Regel am zuträglichsten, wenn das Stadium der vollen Ausreifung unter dem Einfluß des Sonnenlichtes und der pflanzeneigenen Nährstoffe erreicht wurde. Auch vollreife Früchte sind lager- und transportfähig. Die mögliche Aufbewahrungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Sorte und kann bei Fruchtsorten zwischen einigen Tagen bis zu mehreren Monaten betragen (den Lagerungsbedingungen sowie der Temperatur entsprechend).
Jahrelang haltbar sind Samen, (Getreide-)Körner und Kerne sowie die nährstoffreichen Hülsenfrüchte Bohnen, Erbsen, Linsen usw.
Die Lebensbedürfnisse der Pflanze lassen sich auch während der Ernte der Früchte und Samen berücksichtigen. Ebenso wie Menschen und Tiere möchten auch Pflanzen ihren natürlichen Lebenszyklus bis zu dem naturbedingten Ende unversehrt leben.
Die fruchttragenden Pflanzen trennen sich von selbst von ihrer Nachkommenschaft. Sie produzieren von sich aus erhebliche Frucht- und Samenmengen, so daß keine Veranlassung besteht, sie künstlich durch Verletzungen (Unsitte des Obstgehölzschnittes) zu Notreaktionen zu veranlassen. Bienenvölker können auf natürliche Weise den Ertrag erhöhen. Die Ernte der einjährigen Getreidepflanzen (Weizen, Hafer, Roggen, Gerste usw.) schadet den Mutterpflanzen nicht, denn deren Lebenszyklus ist zur Erntezeit bereits beendet. Wenn das Korn reif ist, sind die Halme strohtrocken. Bei anderen einjährigen Pflanzen beendet der jahreszeitlich bedingte Wechsel zwischen Wärme- und Kälteperioden auf natürliche Weise die Lebenszeit. Es entspricht den Bedürfnissen der Pflanzen, sie bis in den Winter hinein stehen zu lassen, und es ist auch für die Natur und die Landwirtschaft vorteilhaft. Die Vegetationsdecke bietet Tieren Schutz, verbessert die Beschaffenheit des Bodens und verhindert Erosionsschäden.


2.5.1 Verwendungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten

Die Namen der als Beispiele genannten Früchte und Samen stehen als Sammelbezeichnungen für die verschiedenen Sorten. Aus der Vielfalt der für Nahrungszwecke derzeit gebräuchlichsten Früchte und Samen wird hier nur ein kleiner Ausschnitt zur Veranschaulichung der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten wiedergegeben.

Körner/Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel usw.)
Ausgegangen wird von Vollkornprodukten. Sie sind vollwertig in dem Sinne, daß Vitamine, Nähr- und Mineralstoffe sowie Ballaststoffe noch weitgehend vorhanden sind und durch schonende Zubereitungsverfahren möglichst unverändert erhalten bleiben (im Gegensatz zu denaturierten Lebensmitteln). Es lassen sich herstellen:
Backwaren und Teiggerichte aller Art: Brot, Kekse, Kuchen, Vollkornnudeln, Klöße, Pizzateige, Gries, Grützen u. v. a.
Alle Kornsorten können auch gekocht (wie Reis), gedünstet oder gebraten verzehrt werden, ebenso wie in Form von Mehlsuppen (aus grob oder fein gesiebtem Mehl).

Obstbäume, Beerensträucher, früchtetragende Pflanzen
(Auswahl allgemein bekannter und weit verbreiteter
Pflanzen sowie einige Verwendungsmöglichkeiten)

F r ü c h t e

Apfel
Apfelsine
Avocado
Banane
Birne
Brombeeren
Brotfrucht
Citrusfrüchte
Dattel
Durian
Eberesche
Feige
Granatapfel
Grapefruit
Guajave
Hagebutte
Heidelbeere
Himbeere
Holunderbeere
Honigmelone
Johannesbeere
Johannesbrot
Kirsche
Kiwi
Korinthen
Limone
Limette/Limonelle
Longan
Lychee
Mandarine
Mango
Manna
Maracuja
Melone
Mirabelle
Mispel
Papaya
Passionsfrucht
Pflaume
Pfirsich
Preiselbeere
Olive
Quitte
Reineclaude
Schlehe
Stachelbeere
Tamarillo
Tamarinde
Trauben
Weißdorn
Zitrone


Verarbeitungsmöglichkeiten:

Trocknen/Dörrfrüchte, Sirup, Fruchtsaft, Fruchtwein, Marmelade, Konfitüre, Gelee, Fruchtsuppen, Fruchtpudding, Fruchteis, Fruchtauflauf, Früchtetee, Fruchtzucker, Früchtebrot und als Zusatz zu Backwaren aller Art.


Samen und Nüsse
Cashew-Nuß
Eichel
Eßkastanie, Marone
Kokosnuß
Mandel (Marzipan)
Mohnsamen
Leinsamen
Lupinensamen
Paranuß
Pecannuß
Pinienkerne
Pistazien
Sesamkerne
Sonnenblumenkerne
Walnuß

Fruchtgemüse
Avocado
Tomaten
Gurken
Kürbis
Paprika
Auberginen (Eierfrüchte)
Zucchini

Hülsenfrüchte
Bohnen (zahlreiche Sorten) Bohnen nicht roh verzehren!
Erbsen
Linsen
Kakao(bohnen)
Kaffee(bohnen)
Johannesbrotsamen in den Carobfrüchten

Verwendungsmöglichkeiten:
Suppen, Püree, gekocht, gebraten, gedünstet und gebacken

Auswahl bekannter Gewürze,
die als Samen oder Früchte gewonnen werden können
Anis
Cardamon
Chili-Schoten
Eibisch
Fenchel
Glutamin (Natriumglutamat)
Koriander
Kümmel
Muskatnuß
Peperoni
Paprika
Pfeffer (Der weiße Pfeffer wird aus ausgereiften Beeren gewonnen,
im Gegensatz zum schwarzen Pfeffer, der aus den zu früh
geernteten grünen Pfefferbeeren hergestellt wird.)
Sesam
Senfkörner
Vanille (Vanillin aus der Vanilleschote)
Sternanis
Wacholderbeeren

Fette und Öle
Butterfett
Kokosöl, Kokosfett
Leinsamenöl
Palmöl, Palmkernfett
Sesamöl
Sojaöl
Olivenöl
Sonnenblumenöl


2.6 Salz

Kochsalz (NaCl, Natriumchlorid) wird in Salzbergwerken, Salzquellen und an Meeresstränden gewonnen. In Salzbergwerken wird Steinsalz abgebaut, das gereinigt als Speisesalz auf den Markt kommt.
In Salzquellen, bei denen das unterirdisch abgelagerte Salz in Wasser gelöst vorkommt (Sole), wird Solesalz erzeugt. Das Rohmaterial (die Sole) wird in große, flache Becken (Salinen) geleitet, in denen das
Wasser verdunstet und das Kochsalz zurückbleibt.
An Meeresstränden wird Salz aus Meerwasser gewonnen, indem das Wasser einem Verdunstungsprozeß ausgesetzt wird, in dessen Verlauf sich das Salz ablagert. Auch in den flachen Steinvertiefungen felsiger Küsten verdunstet von der Brandung aufgespritztes Meerwasser und

2.7 (Mineral-)Wasser

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel, ohne das Menschen nur etwa 3-4 Tage überleben können. Etwa 60% des Körpergewichtes eines Erwachsenen besteht aus Wasser. Es stellt den Grundstoff der Zellsubstanz dar und fungiert unter anderem als Transport- und Lösungs-
mittel, wobei der Wasserhaushalt in enger Verbindung zur Salzaufnahme steht. Der Tagesbedarf ist abhängig von der körperlichen Beanspruchung und den klimatischen Verhältnissen und beträgt in gemäßigten Klimazonen circa 3 Liter/Tag. In heißen Gebieten kann er auf 5-8 Liter/Tag ansteigen. Der Körper vermag den Wasseranteil bei ausreichender Zufuhr konstant zu halten und reagiert bereits bei einem Wasserverlust von 1-5% sehr sensibel (Durst, Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Ungeduld und Herabsetzung des Leistungsvermögens).
Ständig gibt der Körper Wasser ab: bei der Entgiftung über die Nieren (Urin) und in geringen Mengen über den Stuhlgang, mit der Aus-
atmungsluft und über die Hautatmung (Schweiß). Der Wasserbedarf wird größtenteils durch die Flüssigkeitszufuhr gedeckt sowie auch durch den Feuchtigkeitsanteil in den Nahrungsmitteln.

3. Rezepte

Die folgende Rezeptauswahl ist vor allem nach dem Kriterium der unkomplizierten Erhältlichkeit der Zutaten zusammengestellt worden.
Im Grunde genommen können fast alle herkömmlichen Gerichte zubereitet werden, indem lediglich die Bestandteile, die durch Verletzen und Töten von Lebewesen gewonnen wurden, durch andere Komponenten ersetzt werden. Beim Austausch ist darauf zu achten, daß es sich um Nahrungsmittel handelt, für deren Gewinnung nicht die Pflanze selbst oder ein Tier geschädigt werden muß. Fleisch läßt sich z. B. durch Soja-Fleisch, Tofu oder Getreidebraten ersetzen. Anstelle von Blatt-, Stengel- und Wurzelgemüse können Fruchtgemüse und Hülsenfrüchte verwendet werden.
Der Rezeptteil kann nur einen Eindruck von den vielfältigen Verwendungsweisen vermitteln. Die Rezeptlisten sollen vor allem Ideen zur Anregung der eigenen Phantasie und Kreativität bieten. In diesem Sinne ist auch die Einordnung in Kategorien nur als Ideengeber mit Vorschlagscharakter zu verstehen.
Der Rezeptteil ist kein Ersatz für ein Kochlehrbuch. Auf Zubereitungsanleitungen im herkömmlichen Sinne, einschließlich der Mengen- und Temperaturangaben sowie der Garzeiten, wurde verzichtet, da es hier primär darum geht, die Möglichkeit einer Ernährung, ohne Tiere und Pflanzen zu schädigen, vorzustellen und durch praktische Vorschläge näherzubringen. Ergänzungen wurden nur dort eingefügt, wo es zum Verständnis sinnvoll erschien.
Eine Ernährung mit Nahrungsmitteln, durch die das Leben von Tieren und Pflanzen geschont wird, braucht weder einseitig noch langweilig zu sein. Dies zeigt die folgende Aufstellung der mehr als 365 Rezepte. Es ist daher möglich, jeden Tag des Jahres eine andere Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Sämtliche Rezeptvorschläge lassen sich durch leichtes Abwandeln, durch Hinzufügen oder Weglassen einzelner Bestandteile dem Geschmack entsprechend verändern.
Bei den pflanzlichen Lebensmitteln stellt sich jeweils die Frage, welcher Teil einer Pflanze verwendet wird. Blätter, Stengel und Wurzeln sind das empfindungsfähige pflanzliche Lebewesen selbst, das verletzt oder getötet wird, obwohl die große Nahrungsvielfalt, die ohne Schädigung von Lebewesen zur Verfügung steht (Früchte, Fruchtgemüse, Samen und Nüsse), vollkommen ausreicht. So wie in allen Bereichen des Lebens gibt es auch bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln und weiteren Produkten keine absoluten Abgrenzungsmöglichkeiten für ethisch unbedenkliche Entscheidungen, sondern fließende Übergänge. Für eine realitätsbezogene Lebensweise ist es kennzeichnend, das Verhalten nicht an starren Dogmen zu orientieren, sondern zu versuchen, die Einzigartigkeit jeder Situation zu erfassen und bestmöglich mit dem Ziel - der Berücksichtigung des Wohls aller Lebewesen - in den Entscheidungsprozeß miteinzubeziehen. Fleisch von Tieren und Teile des lebenden Organismus von Pflanzen werden im Übermaß zu Nahrungszwecken verarbeitet. Dabei fallen große Mengen von Lebensmitteln an, die weggeworfen und vernichtet werden. Es spricht nichts dagegen, Nahrungsmittel zu verwenden, die andernfalls vernichtet werden würden (sowie auch Teile des Organismus natürlich verstorbener Tiere und Pflanzen), sofern dadurch die Verletzung und Tötung von Lebewesen in keiner Weise unterstützt und gefördert wird.
Werden preisreduzierte Fleischwaren oder Blatt- und Wurzelgemüse mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum gekauft oder andere Menschen zur Schlachtung oder zum Kauf solcher Teile des pflanzlichen und tierischen Organismus veranlaßt, die durch Verletzung oder Tötung gewonnen wurden, dann findet z. B. eine Unterstützung des Verletzens und Tötens statt, da jeder Kauf zugleich als ein Auftrag der Verbraucherinnen und Verbraucher gewertet werden kann, weitere Lebewesen gesundheitlich zu schädigen und zu töten.
Bei den gegenwärtig noch allgemein üblichen Ernteverfahren wird auf die Schmerzen und Leiden der betroffenen Lebewesen keine oder kaum Rücksicht genommen. Eine Veränderung der Anbau-, Haltungs- und Ernteweisen zugunsten der Lebensqualität der betroffenen Pflanzen und Tiere wäre ein weiterer kultureller Entwicklungsschritt zu einem achtungsvollen Umgang mit anderen Lebewesen.
Im Rezeptteil wurde versucht, vorzugsweise Gerichte aufzuführen, bestehend aus Zutaten, die allgemein eher durch schonende Ernteverfahren gewonnen werden. Dazu gehören einjährige Getreidesorten, die, mit Ausnahme des Grünkerns, i. d. R. erst dann geerntet werden, wenn die einjährige Lebenszeit der Pflanzen beendet ist. Sind Getreidesamen voll ausgereift, dann ist die Mutterpflanze bereits strohgelb, trocken und lebt selbst nicht mehr, wenn sie geschnitten wird.
Demgegenüber wird Mais - ebenfalls eine einjährige Pflanze - überwiegend zu früh geerntet. Die Elternpflanzen sind noch grün; sie leben noch und erleiden während der Ernte die Zerstörung ihres Organismus. Es wäre ebensogut möglich, die Maispflanzen stehen zu lassen, bis sie eines natürlichen Todes gestorben sind. So wie in der Tierwirtschaft gewohnheitsmäßige tierquälerische Praktiken mit Scheinargumenten verteidigt werden, um sich mit zweifelhaftem Tun nicht auseinandersetzen zu müssen, ebenso wird auch das Verletzen und Töten von Pflanzen mit Rentabilitätsbegründungen zu legitimieren versucht.
Auch Reis, Buchweizen und Hirse sind einjährige Pflanzen, die bequem geerntet werden können, wenn sie bereits trocken und natürlich verstorben sind. Sie würden dann ihren natürlichen Lebenszyklus abschließen, - so wie sich dies auch Menschen für ihr Leben wünschen.
Unter qualvollen Existenzbedingungen leiden andersgestaltete Lebewesen ebenso wie Menschen, und sie möchten auch schmerzhaften Verletzungen ihres Organismus zu entgehen.
Mitgefühl mit den unzähligen Opfern der menschlichen Ernährung und Versorgung sowie auch Trauer um die leidenden Lebewesen sind starke Motivationen, um zu handeln und zuerst im eigenen Leben den Nahrungsmitteln und weiteren Produkten den Vorrang zu geben, die grundsätzlich ohne Leidzufügung erhältlich sind. Auch wenn die land- und tierwirtschaftlichen Verfahren noch erhebliche Mängel hinsichtlich der artgerechten Haltung aufweisen, wird ein Fortschritt dadurch erreicht, daß erst einmal eine Beschränkung auf naturane Nahrungsmittel stattfindet.
Kartoffelpflanzen z. B. leben nicht einjährig. Sie gehören zu den mehrjährigen Pflanzen. Ihre oberirdischen Triebe blühen erst im zweiten Jahr und bringen Beerenfrüchte hervor, durch die sie sich vermehren. Die Kartoffeln selbst sind angeschwollene Sproßteile, in denen die Pflanze Stärke sowie auch Vitamine und Mineralstoffe speichert.
Bei allen Bemühungen um eine Lebensweise, durch die das Leben und die Unversehrtheit Anderer geachtet wird, ist zwischen konsequentem Handeln sowie entsprechend deutlichen Forderungen und demgegenüber dogmatischer Starrheit zu unterscheiden. Es erscheint zweifellos einfacher, bestimmte Regeln aufzustellen, denen ohne weiteres Nachdenken gefolgt werden kann, ohne die konkrete, jeweils historisch einmalige Situation zu berücksichtigen. Regeln aber sind an sich nur Hilfestellungen, und sie beinhalten in ihrer Vereinfachung eine Erstarrung sowie die zumindestens zeitweise Abkehr von der Bereitschaft, auf die Besonderheiten der jeweiligen Situation einzugehen.
Starrheit - insbesondere die Erstarrung innerhalb bestimmter geistiger Vorstellungen und damit verknüpfter Emotionen - steht im Gegensatz zu dem natürlichen Fluß des Lebens, den Prozessen und Bewegungen, denen alles Lebende unterliegt.
Regeln können als Hilfestellungen betrachtet werden, beispielsweise um die Umstellung auf bevorzugte Ernährungs- und Verhaltensgewohnheiten zu erleichtern. Vor allem in Gesellschaften, in denen das allgemeine Gedankengut noch nicht oder erst in Ansätzen bis zur Achtung anderer Lebewesen fortgeschritten ist, können Grundsätze eine hilfreiche Unterstützung darstellen.
Prinzipien können sich jedoch auch zu Hindernissen entwickeln, wenn sie ihre Funktionen als Wegweiser oder Leitmarken verlieren und als Selbstzweck oder auch zur Erlangung von Sozialprestige mit dogmatischer Strenge aufrechterhalten werden.
Die Lebensweise als das praktizierte Mitgefühl oder dem entgegengesetzt die, in unterschiedlichem Maße, ignorierte Ignoranz stellen wertvolle Hinweise dar, aus denen geschlossen werden kann, ob und in welcher Weise sich ein Individuum entwickelt.
Das Leben mit seinen wechselvollen Einflüssen fordert die geistig-psychische Entwicklung heraus. Und da letztendlich alles, das gesamte Universum bis zu den kleinsten bekannten Teilchen, in Bewegung ist, kommt ein geistig-psychischer Rückzug auf Dogmen oder Regeln einer Absage an den stets bewegten Lebensfluß gleich.
Die Kunst besteht darin, Mitgefühl und Einsicht in Form konsequenten Handelns umzusetzen, ohne dabei die geistig-psychische Entwicklung zum Stillstand kommen zu lassen.
Bei der Auswahl der Nahrungsmittel (ebenso wie auch beim Verbrauch anderer Produkte) ergeben sich immer wieder Situationen, in denen schmerzlich bewußt wird, daß durch menschliche Bequemlichkeit, Versagen und Fehlhaltungen vollkommen unnötig Leiden verursacht wird. Der persönliche Einfluß- und Entscheidungsbereich erscheint dann, gemessen an dem unvorstellbaren Leid, das Menschen bewußt, unbewußt und fahrlässig verursachen, furchtbar klein und unbedeutend zu sein. Dennoch bestehen die „Leistungen der Menschheit” sowie sämtliche gesellschaftlichen Prozesse aus eben dieser Vielzahl individueller Einzelleistungen. Die bewußte Auswahl möglichst schonend erzeugter Produkte, mit dem Ziel, die Lebensbedürfnisse Anderer zu achten, stellt einen Wert an sich dar, wann auch immer ein solches Bemühen aufgebracht wird.
Das Gesamtergebnis eines Lebens setzt sich aus den vielen einzelnen Momenten zusammen. Die Absichten sowie die Versuche mit unterschiedlicher Intensität Achtung, Verständnis und Rücksichtnahme zu verwirklichen, werden schließlich zu angenehmen Erinnerungen und ergeben ebensolche Prägungen im Denken und Fühlen.
Schmackhafte gesunde Speisen überzeugen durch ihre Qualität und können dazu beitragen Interesse für eine Lebensweise zu wecken, die auf der Schonung der Lebensformen beruht.

3.1 R e z e p t v o r s c h l ä g e

Spaghetti mit Tomatensoße
Hartgekochte Eier mit süß-saurer Sauce
Fritierte Teigrollen mit Fruchtgemüsefüllung
Apfelgetreide (gekocht) mit Mandelsplittern
Linsensuppe
Fritierte Fruchtgemüsebällchen
Tortellini, gefüllt mit Tofu
Reisomelett
Lasagne mit Sojahackfleisch
Paprika-Vollkornsuppe
Nudelrolle mit püriertem Fruchtgemüse
Tofu-Schnitzel mit Mangoschaum
Glasnudelsuppe mit Erbsen
Sojafleischspieße mit gegrillten Auberginen
Linsenbratlinge mit Gurkensalat
Weiße Bohnen (gekocht und zerdrückt) mit (Kümmel-)Quark
Panierter Schafskäse dazu Paprika und pürierte Sojabohnen
Kürbissuppe süß-sauer
Grüne Bohnen-Eintopf mit Auberginen
Fruchtgemüse-Pie
Kichererbsengratin mit gebratenen Paprika, Tomaten und Gurken
Fruchtgemüsestrudel
Erbsensuppe
Dinkelbratlinge
Grießklöße
Gefüllte Zucchini
Eiersoufflé mit Mandelsplittern, Fenchelsamen, dazu Reisnudeln
Dinkelsuppe mit Croutons
Gedünstete Avocados
Gebackener Schafskäse mit Kiwi- und Kürbisscheiben
Pikante Pfannkuchen mit Fruchtgemüse, Käse, Sojasauce
Mango-Bohnen-Pastete mit Paprikasauce
Paprikaschoten mit Reisfüllung
Toastbrot mit paniertem Tofu, Tomaten- und Melonenscheiben
Makkaroni mit Käserahmsauce
Panierte Fruchtgemüsescheiben mit verschiedenen Dip-Saucen
Gebratene weiße Bohnen mit Peperoni
Pfeffersuppe
Heißer Fruchtgemüsepudding mit Dampfnudeln
Sojasteak mit Kokossauce
Blaubeersuppe mit Vanillesauce
Tortellini mit Käsefüllung
Gebackene Tomaten mit Reis- und Sojahackfleischfüllung
Käse-Zucchini-Suppe
Panierte Fruchtgemüsescheiben mit Tomatensauce
Nudelpfanne mit Fruchtgemüse und Tofustreifen
Püree aus Kichererbsen mit hartgekochten Eiern
Fruchtgemüsesuppe mit Griesklößchen
Reisauflauf mit Gurken, Tomaten und Auberginen
Ravioli mit Käsefüllung
Zucchinieintopf mit Wildreis
Panierter Käse, gebacken, dazu Preiselbeeren
Bohnenpüree mit Sojasauce
Linseneintopf mit Zucchinischeiben
Heiße Kirschgrütze mit Vanilliesauce
Reiskugeln mit Crème fraîche
Tofu-Teigrollen
Pasteten mit Fruchtgemüsefüllung
Gedünstete Zucchini mit Ziegenkäse
Hartweizengrieß, in Scheiben geschnitten, mit Fruchtkompott
Pizza Margherita, belegt mit Tomaten, Paprika, Zucchini und Käse
Spiegeleier, dazu Wildreis, Erbsen und angebratene Tomatenscheiben in Sojasauce
Spaghetti mit Frischkäse
Nudelschnitzel: gewürzte Nudeln mit Ei oder einem anderen Bindemittel paniert nach Art eines Schnitzels
Hartgekochte Eier in Senfsauce
Semmelknödel, dazu Erbsen und helle Sauce
Blätterteigtaschen mit Fruchtgemüsefüllung
Geschnetzeltes Sojafleisch, dazu Reis und Zucchini mit heller Sauce
Weiße Bohnen-Eintopf
Zucchini-Omelett
Ravioli mit Tofu gefüllt
Eierkuchentasche, gefüllt mit Käse- und Melonenwürfeln,
überstreut mit Pistazien- und Pinienkernsplittern
Gerstenauflauf aus gekochter Gerste mit Gurke und Käse
Hausgemachte rote Nudeln (gefärbt mit Tomatenmark) mit Oliven, dazu Mungbohnen und Krümelkäse
Verlorene Eier in Zucchinisahnesauce
Hörnchennudeln mit Tofufrikassee und Kürbisstückchen
Sojafleischragout mit Reis und grünen Bohnen
Käsespieße mit Oliven und Tofustücken
Quiche mit Quark und Fruchtgemüse
Zucchinikuchen mit Sojahackfleisch
Kokoshirse mit Pfefferschoten
(Quark-)Mehlklöße mit Kiwisauce
Omelette mit Fruchtgemüse der Saison
Teigroulade mit Sandwichcreme
Auberginen-Zucchini-Eintopf
Gemischte Fruchtgemüseplatte, garniert mit hartgekochten Eiern und
Pistazien
Roggenbratlinge mit gerösteten Pinienkernen, dazu Mittelkornreis
Gedämpfter Reis und Fruchtgemüsekugeln
Käsefrikadellen mit kleinen Paprikastückchen
Gerstensuppe mit Linsen und Erbsen
Geräuchertes Tofu mit fritierten Getreidestreifen
Geschmorte Zucchini, dazu Reis und pikant gebratene Gurken- und
Tomatenscheiben
Reissuppe mit Fruchtgemüse
Tomaten-Zucchini-Pizza mit Oliven und Ziegenkäse
Panierte Grießbratlinge mit süß-saurem Fruchtgemüse
Sojafleischpfanne mit Spiralnudeln, Paprika, Tomaten, Erbsen und
Mangostückchen
Fruchtgemüsegratin, paniert
Hartgekochte Eier in Paprika-Tomatensauce
Vollkorngetreide-Nußfrikadellen mit Reis und Käsesauce
Kichererbsenbällchen, fritiert mit Rahmsauce
Chili-Pfanne mit Tofu, Sojafleisch und Fruchtgemüse
Nudelterrine mit Fruchtgemüse der Saison
Aubergineneintopf, die Auberginen zuvor in Öl mit Glutamin braten
Gurken überbacken mit Käse, gefüllt mit Tomatenreis
Gebratene Avocados
Dinkelsuppe mit Käse überbacken
Gefüllte Teigrollen mit Oliven und chinesischen Glasnudeln
Gebackene Gerstenbällchen
Tofu-Gemüsetorte mit Muskat
Scharfer Pfefferschoten-Peperoniauflauf
Johannisbeeromelette mit frischen Früchten garniert und Sahnesauce
Fritierte Reisbällchen in Pfeffersauce
Mohnklöße mit Rosinen
Getreidevollkornauflauf mit Käse
Gratinierte Tomaten mit hartgekochten Eiern und Hüttenkäse
Eierragout mit Reis und frischen Erbsen
Sojahackfleischbällchen in Tomatensauce, dazu Reis
Nudeln mit Avocadostücken und Marinade
Bohnenauflauf mit Tomaten und Oliven
Kichererbseneintopf
Gedämpfte Auberginen mit Spiralnudeln
Käsespätzle
Brotauflauf mit Carob und Nußsahnesauce
Gedünstete Gurkenstückchen in Dickmilchsauce
Muschelnudeln mit paniertem Käse und Paprika
Spaghetti mit Fruchtgemüsemark
Hörnchennudeln mit Tofu
Lasagne aus Vollkornteig, gefüllt mit Erbsen und Tomaten
Kichererbsenpüree, dazu Avocadoscheiben und weitere Fruchtgemüse in pikanter Tomatensauce
Linseneintopf mit geräuchertem Tofu
Gebackene Avocados in Gurkensauce
Gefüllte Klöße mit Croutons und gekochten Pflaumen darin
Gebratenes Sojafleisch mit grünen Bohnen und Reis, dazu eine Sauce aus Tomatenmark, Sahne, Sojasauce mit Glutamin, Pfeffer und Paprika gewürzt
Semmelknödel mit Rosinensauce
Fruchtgemüse-Torteletts
Gefüllte Auberginen mit Reis, Tofu und Frischkäse
Brotspieße (würfelförmige Stücke verschiedener Brotsorten werden mit Butter, Tomatenketchup, Senf und Käse bestrichen, dazwischen passen Zucchini-, Apfel- und Käsescheiben)
Gefüllte Zucchini mit Ziegenkäse
Linsenteigtaschen, gefüllt mit Tofu-Würfeln
Sojafrikassee, dazu Wildreis
Hartgekochte Eier, angebraten in Chilisauce
Amaranth-Bratlinge, Amaranth = samentragende, meist einjährige Pflanzen, auch als “Inkaweizen” bezeichnet. Botanisch handelt es sich nicht um ein Getreide.
Blätterteigtaschen mit sauer eingelegten, zerdrückten dicken Bohnen und gebratenem Sojafleisch gefüllt
Bandnudeln mit Tofustücken und Pfeffersauce
Erbsenreis mit Kefirsauce
Gebratene Fruchtgemüse mit Marinade, dazu Muschelnudeln
Nudelröllchen mit Dörrobstfüllung
Käsepudding: zerkleinerter Käse, Butter, Milch, schaumiges Eigelb, geschlagener Eischnee und Getreideflocken mit Salz, Glutamin und Muskat in einer Puddingform im Wasserbad kochen
Pikanter Quarkpuffer mit Fruchtgemüse
Gedünstete Papaya mit Zitronen- oder Limettensaft beträufelt
Raclette: aus einer Auswahl roher Fruchtgemüse, verschiedener
gekochter Bohnensorten, gebratenem Sojafleisch, Tofu-Streifen
und Käse wird jedes Pfännchen mit Zutaten nach Wahl gefüllt.
Dazu passen verschiedene Saucen, Fladenbrot und frischer
Fruchtgemüsesalat.
Geschichtete Plinsentorte mit Pflaumenmus oder einer anderen Marmeladensorte (Vollkornmehl, Eier, Sahne und Honig oder Fruchtzucker quellen lassen und in Butter dünne, runde Teigfladen backen. Die Teigfladen im Wechsel mit Mus übereinanderschichten. Dazu paßt eine Rotwein- oder Weißweinsauce.
Sojaschnitzel, paniert mit Apfelkruste
Eihälften hartgekocht mit Kirschtomaten in heller Sauce
Gegrillte Fruchtgemüsespieße, dazu Nudeln mit Walnußsauce
Sojahackfleischnudelrolle, gefüllt mit Schoten und Mango
Gemüsepudding mit Sojahackfleisch
Tofuragout mit Auberginen und schwarzen Oliven
Pfefferschoten-Lasagne mit Pinien- und Sonnenblumenkernen bestreut
Gebackene Fleischtomaten mit Frischkäse und pürierten Bohnen
Kichererbsen-Terrine mit Kümmel, Sesam und Pistazien
Pochierte Eier in Cayennepfeffersauce
Getreidebratlinge in Buttersauce
Fondue mit Fruchtgemüsestückchen und geröstetem Brot
Wildreis mit Dattelsauce und Erbsen
Bandnudelsuppe
Vollkornstrudel mit Schafskäse und Bohnenpüree
Gnocchi mit Ziegenkäse (Mehl, Quark, Eier, Rahm und geriebener Hartkäse werden verrührt und zu mit Ziegenkäse gefüllten Klößchen verarbeitet und in Wasser gegart.)
Fritierte Fruchtgemüsebällchen mit Reis
Gefüllte Äpfel: Äpfel aushöhlen, mit Zitrone beträufeln, Füllung: Sojahackfleisch, Paprika, Pfeffer, Salz und Glutamin
Geschmorte Schlangengurken mit Kichererbsen, dazu Zitronen-Buttersauce
Tofupastete auf Toastbrot
Vollkornravioli mit Grieß und Frischkäsefüllung
Gedünstete Fleischtomaten, dazu gebratenes Vollkorngetreide
(zuvor gekocht) mit Oliven
(Gersten-)Graupensuppe
Gebratene Sojawurstscheiben mit Nudeln und Erbsen
Ei-Avocado-Soufflé
Pfeffer-Tomatensuppe
Rote Linsensuppe mit Tofu- und Paprikastreifen
Käsesuppe mit Tomaten und Zucchini
Gefüllte Nudelrollen mit Käse überbacken
Sojabohnenpfanne mit Tofu
Pecannuß-Zucchini-Suppe
Pasteten mit Bohnen und Erbsen gefüllt
Sojaragout in einem Ring aus Reis
Buchweizennudeln mit Kichererbsen
Schwarze Bohnensuppe mit Peperoni und Pfefferschoten
Sojageschnetzeltes mit Kiwi, dazu Zucchinilocken
Panierte Sojaschnitzel mit Vollkornnudeln und Paprika
Pochierte Eier auf Erbsenpüree
Kichererbsenklöße, gebraten mit Tomaten-Paprikasauce
Käse-Quark-Plätzchen (Frischkäse wird zusammen mit erkleinertem Hartkäse und Mehl nach Eierkuchenart gebacken. Dazu passen Nudeln.)
Sojahackfleischklöße in Senfsauce
Mohn-Mandel-Nudeln (gemahlener Mohn wird zusammen mit frisch zerkleinerten und ohne Öl kurz gerösteten Mandeln zu den Nudeln gegeben. Dazu paßt Crème fraîche.)
Grießsoufflé mit Mangopüree
Getreidesuppe, grob geschrotet mit angebratenen Gemüsestückchen Das Getreideschrot und Mehl wird mit Butter, Salz und Glutamin geröstet. Es kann auch ungeröstet gekocht werden.
Zucchinicremesuppe mit Croutons
Auberginen-Zucchini-Auflauf
Gebratene grüne Bohnen, Naturreis, frisches Fruchtgemüse, dazu Kefirdressing mit etwas Zitronensaft, Fruchtzucker, Salz und Pfeffer
Linsenauflauf mit Naturreis, dazu süß-sauer eingelegte Paprika
Hartgekochte Eier, halbiert auf Erbsen-Tofu-Risotto serviert
Couscous mit gebratenen Fruchtgemüsestückchen und Sojafleisch
(Couscous ist mit Wasserdampf behandelter Hartweizen, der gekocht und getrocknet wird und gebrochen in den Handel kommt.)
Kidney-Bohnen-Omelett
Weiße Bohnensuppe mit Sojafleischstückchen
Tofuscheiben in einer Sesam-Apfelkruste
Zucchiniauflauf mit Käse überbacken, dazu Tomatensauce
Paprika-Tomaten-Quiche
Pasteten mit Tofufüllung
Kiwi-Fruchtsuppe mit Grießklümpchen
Bunter Linsentopf süß-sauer, aus verschiedenen Linsensorten,
z. B. grünen, roten, gelben und braunen Linsen
Eier-Feuer-Topf: Alle Zutaten werden zuerst zusammen mit den hartgekochten Eiern, Peperoni und Paprikastückchen scharf angebraten und mit Pfefferschoten, schwarzen Bohnen, Chili und Glutamin gekocht.
Pfirsich-Amaranth: Amaranth wird mit Pfirsichstückchen, Milch,
Fruchtdicksaft, Fruchtzucker oder Honig und einer halbierten Vanilleschote eingekocht.
Sojahackfleischpudding: Sojahackfleischmasse gemischt mit eingeweichten trockenen Brötchen, verschiedenfarbigen Paprikastückchen und Eiern in einer Puddingform im Wasserbad kochen.
Cannelloni al Forno: gefüllte Teigröllchen mit Käse überbacken
Reisbohnensuppe mit Limabohnen
Nudelgratin: Gekochte Nudeln mit Butter, Mehl, Wasser, Käse und Ei in eine Auflaufform geben, steifgeschlagenes Eiweiß unterziehen und Fruchtgemüsewürfel einlegen.
Mehrkornnudeln mit Pfeffersauce
Getreidefrikadellen in Kokosnußsauce
Zucchinisuppe mit Käsegrießklößchen
Eierkuchen mit Tofu und Tomate, dazu frische Gemüsestreifen
Gedünstete Avocados in Kapernsauce, dazu Sojabohnen
Fruchtgemüse-Ratatouille
Naturreisbratlinge in Tomatensauce, dazu (Gersten-)Fladenbrot
Buntes Tofu-Risotto mit Hülsenfrüchten nach Wahl
Obstauflauf
Gedünstete Avocado, gefüllt mit Walnüssen, beträufelt mit
Zitronensaft
Gedünstete Avocado, gefüllt mit Walnüssen, beträufelt mit
Zitronensaft
Käsesuppe
Semmelknödel
Kürbissuppe
Panierte Käseklöße, gefüllt mit Mandarinenscheiben, dazu Spiralnudeln und grüne Erbsen
Dithmarscher Mehlbeutel: einen Mehlkloß aus mit Butter schaumiggeschlagenem Eigelb und steifem Eiweiß, Mehl, Salz und Milchformen. Ein nasses Tuch auswringen und entweder zuvor eingeweichte Backpflaumen, Rosinen sowie weitere Dörrobstfrüchte (süß) oder Fruchtgemüse (salzig oder süß-sauer) in die Mitte legen und darüber den Mehlkloß - dann das Tuch verknoten. Der Mehlkloß wird so eingebunden, daß zum Aufgehen noch ausreichend Platz bleibt. Das Tuch an einem Kochlöffel befestigen, der quer über einen hohen Topf mit kochend heißem Salzwasser gelegt wird, so daß der Mehlbeutel nicht den Topfboden berührt. Nach einer Garzeit von 1-2 Stunden kann der Mehlbeutel herausgenommen werden. Der Kloß sollte noch einige Minuten ausdampfen. Dazu paßt auf die Zutaten abgestimmt entweder eine süße Fruchtsauce oder eine pikante Tomaten-Sojasauce.
Amaranth mit gebratenem Fruchtgemüse, Tofuwürfeln,
dazu Paprikasauce
Überbackener Weichkäse mit Preiselbeeren
Verschiedene Fruchtgemüse, gefüllt mit pikantem Brotteig
Gebratene oder gegrillte Sojawürstchen mit Erbsenpüree
Tofuscheiben in süß-saurer Sauce auf Reisnudeln,
als Beilage Wachsbohnen
Gebratener Sojaleberkäse
Käseknödel
Nudelbuletten: Nudeln mit kleingeschnittenem Fruchtgemüse, Sojaschinken und etwas Mehl vermischen, würzen und anbraten. Mit einer kleinen Menge (Soja-)Sahne, Johannesbrotkernmehl oder Ei und etwas Mehl abbinden. Die Masse auskühlen lassen und daraus mit einer feinen Mehlumhüllung Buletten formen.
Blätterteigtörtchen mit verschiedenen Füllungen
Überbackene hartgekochte Eier mit Käsehaube
Tofuklöße in heller Sauce, dazu Erbsen

Weitere Rezepte finden sich im Buch.


4.2 Die Umstellung

Die Umstellung auf Nahrungsmittel und weitere Produkte, durch deren Gewinnung und Herstellung das Leben von Tieren und Pflanzen unangetastet bleiben kann, beruht auf dem grundlegenden Verständnis um die Gemeinsamkeiten (darunter der Empfindungsfähigkeit und dem Bestreben, unbeschädigt zu existieren), die alle Formen des Lebens charakterisieren. Das intellektuelle Erkennen der Gemeinsamkeiten ist nicht mit der individuellen geistig-psychischen Entwicklung identisch, die zu Mitgefühl mit Anderen (Lebewesen) führt. Zwischen der intellektuellen Fähigkeit, Zusammenhänge zu erfassen und dem Entstehen von Verantwortungsgefühl - sich selbst, den Lebewesen sowie der Natur gegenüber - liegt eine mentale Entwicklung, während der sichdie enge egozentrische Lebenseinstellung zu einer zunehmend authentischen altruistischen Haltung erweitert.
Eine solche mentale Entwicklung zeichnet sich durch einen Zuwachs geistiger Qualitäten aus, z. B. von mitfühlendem Verständnis. Damit einher geht das Vermögen, Erkenntnisse nicht nur als verbale Sympathiebekundungen zum Ausdruck zu bringen, sondern sie auch verwirklichen zu können. Eine solche Stärke entwickelt sich aus der Bereitschaft, das persönliche Verhalten neuen Erkenntnissen anzupassen und diese auch in die Lebenspraxis umzusetzen. Ehrliches Bemühen und Ausdauer bringen die innere Stärke hervor, die es erleichtert, den jeweiligen Anforderungen zu begegnen.
Die individuelle Stärke, als die zur Verfügung stehende Kraft, kann von unterschiedlichen Qualitäten begleitet werden, z. B. von dogmatischer Starrheit, Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit sowie Humor und Leichtigkeit. Solche Eigenschaften resultieren aus dem Umgang mit sich selbst (bzw. was dafür gehalten wird).
Der Versuch, eine Änderung des eigenen Verhaltens mit unnachgiebiger Härte zu erzwingen und auch die unnachsichtige Beurteilung der persönlichen Leistungen, führt meistens zu einer verkrampften Lebensart. Mit einer solchen Strenge und Unnachgiebigkeit, wie sie aufgewendet wird, um das eigene Verhalten umzustellen, wird in der Regel auch Anderen gegenüber reagiert.
Starre Verhaltensweisen wurden oft während der Kindheit verinnerlicht. Sie beruhen häufig auf der Annahme, daß Erfolge nur durch harte Anstrengungen erreicht werden könnten. Das verbissene Ringen um einen Erfolg erscheint dabei wie ein notwendiger Garant, um das Ziel zu erreichen. Die Vorstellung, sich selbst oder Andere für jeden Erfolg überanstrengen zu müssen, ist den Betroffenen selten bewußt. Menschen, für deren Lebensweise solche starren Strukturen charakteristisch sind, finden sich insbesondere vor erstrebten, angenehmen Ereignissen (Wunscherfüllungen, Wunschverwirklichungen u. ä.), in Situationen des (Dis-)Stresses, des Durcheinanders und der Unruhe wieder. Es hat den Anschein, als sei all das Unangenehme und Beunruhigende nicht auf eine psychische Anspannung zurückzuführen, sondern habe sich aus der Situation selbst ergeben. Tatsächlich wird die tief verinnerlichte Annahme, alles Angenehme müßte mühsam "erkämpft" werden, von den Betroffenen unbewußt selbst erfüllt.
Im Gegensatz zu krampfhaftem Streß steht kraftvolles Bemühen. Der Energie-Einsatz der Bemühung kann auch in einer meditativen Weise angewendet werden. Dabei ergänzen sich Ruhe, Aufmerksamkeit, Konzentrationslenkung sowie die unterschiedlichen Formen des körperlichen und geistig-psychischen Energie-Aufwandes in der Art, wie dies auch bei einem Leben in der Natur geschieht. Die Phänomene werden mit einer möglichst umfassenden geistigen Offenheit und Aufnahmebereitschaft aufgenommen und im Rahmen der bisherigen Erfahrungen folgerichtig von Bewußtsein und Unterbewußtsein verarbeitet. In an die wechselnden Situationen angepaßten Zeitabständen wird die Aufmerksamkeit auf den innerlichen Zustand gelenkt, um einen Eindruck über die aktuelle Kräftebilanz sowie über Wünsche, Sehnsüchte, Bedürfnisse, Befürchtungen usw. zu erhalten.
Eine Lebensweise, durch die das Wohlergehen aller Lebewesen berücksichtigt wird, ist besonders geeignet als erfreulich, sinngebend und beglückend erlebt zu werden, da sich darin die Bereitschaft ausdrückt, Energie in solcher Weise zu transformieren, daß Nutzen für sämtliche Lebensformen und die Natur entsteht.
Das Universum ist der Raum, in dem es durch Umsetzen von Energie zu Ereignissen kommt, die als ein Wandel der Formen erlebt werden. Auf Energie-Transformationen beruhen alle Prozesse innerhalb des Alls. Mitunter äußern Menschen eine Abneigung gegen jeglichen Energie-Aufwand. Darin drückt sich ein regressives Bedürfnis nach Ruhe aus. Diese Neigung ist oft unbewußt mit der Vorstellung verbunden, durch den Verzicht auf jeden vermeidbaren Energie-Aufwand, Energien quasi zu speichern und zu bewahren. Eine Zunahme zur Verfügung stehender Energie entsteht durch den Austausch (Energie-Umsatz = die Fähigkeit, Energien zu entwickeln und weiterzuleiten) in Übereinstimmung mit dem, was ein Lebewesen zu leisten vermag. Ängstliches Zurückhalten der Energien weist auf eine Erschöpfung hin und entsteht auch aufgrund eines Gefühls emotionaler Entbehrung.
Werden zur Umstellung Streß und Angst mit unnachgiebiger Strenge bei sich selbst oder anderen hervorgerufen, dann sollte das Kausalitätsprinzip (der Zusammenhang von Ursache und Wirkung) beachtet werden, um möglichst keine schädlichen Auswirkungen zu verursachen.
Mitunter wird das Schicksal des Individuums oder die Betrachtung der Einzigartigkeit einer Situation vernachlässigt, weil weltanschaulichen, politischen, religiösen oder anderen theoretischen Vorstellungen eine größere Bedeutung beigemessen wird. Werden Denkmodelle, die Lebewesen Vorteile für ihre Existenz bieten sollen, für wichtiger gehalten, als das Leben und die Lebewesen selbst, dann ist dies widersinnig. Gelten schließlich die Lebewesen, deren Lebenssituation verbessert werden könnte, als nicht berücksichtigenswert, weil eine theoretische Kategorie (Gruppe, Art, Rasse etc.), die sich schließlich aus leidensfähigen Individuen zusammensetzt, wichtiger erscheint, so verfehlt das Denkmodell damit sein Ziel und wird ad absurdum geführt (oder mitunter wurde das theoretische System auch nicht verstanden).
Bei sämtlichen dogmatischen Vorstellungen ist zu bedenken, daß selbst unter optimalsten Bedingungen nur jeweils eine bestimmte Anzahl von Lebewesen erreicht werden kann, die dann in den Genuß bestimmter Vorteile kommen können. In Anbetracht der Vielzahl der Individuen sowie der vielfältigen Formen des Leidens und zusätzlich der menschlichen Unzulänglichkeit, bleiben Absolutheitsvorstellungen und rigoroses Vorgehen bei der Umsetzung von Erkenntnissen bedenklich. Theoretische Erwägungen ändern zwar nichts an der Bedeutung des individuellen Handelns, aber sie können dazu beitragen, am Mitleid nicht zu verzweifeln und angesichts der vielen menschlichen Fehlleistungen und der Unmöglichkeit alles Leiden zu beenden, nicht zu verzagen. Der Versuch, eine Ahnung von der unvorstellbar großen Anzahl der Lebensformen entstehen zu lassen, verdeutlicht die Relativität dogmatischer und krampfhafter Vorgehensweisen und Mittel und zeigt wie klein (aber nicht unbedeutend) der eigene Einflußbereich ist.
Aufmerksamkeit gepaart mit Ruhe und Konzentrationslenkung ist eine Herangehensweise, die es ermöglicht, Situationen realistisch einzuschätzen und sachlich und erfolgversprechend zu reagieren. Zu einer solchen Ausgangsposition paßt keine Starrheit, keine Verkrampfung und kein qualvolles Ringen, sondern eher ein gewisses Maß an Gelassenheit und die geistige Offenheit und Flexibilität, auf neue Situationen und veränderte Umstände eingehen zu können. Begleitet werden diese Verhaltensweisen von neutralen bis hin zu sehr angenehmen Empfindungen, im Gegensatz zu den emotional belastenden und unangenehmen Rückwirkungen erstarrter Verhaltensschemata.
Problematische und starre Verhaltensstrukturen lassen sich in einer erfreulichen und harmonischen Atmosphäre leichter verändern, indem ein ehrlicher und freundlicher Umgang mit sich selbst und Anderen praktiziert wird. Das Bemühen, für alle Anwesenden (Menschen, Tiere und Pflanzen) das Beste aus der jeweils gegenwärtigen Situation zu machen, basiert auf dem bewußten Umgang mit den vorhandenen Umständen und wird durch eine Atmosphäre gefördert, aus der heraus die aktuellen Möglichkeiten für Alle optimal genutzt werden können.
Dogmatismus und moralischer Druck können keine geistig-psychische Entwicklung erzwingen, sondern lediglich ein vorübergehend angepaßtes Verhalten hervorrufen, das nicht selten bei der nächstbesten Gelegenheit wieder aufgegeben wird. In der Reaktion auf erzwungene Veränderungen kommt es mitunter zu einem genau entgegengesetzten Verhalten als einer Art Kompensation für den als Unrecht oder Benachteiligung erlebten Zwang. Auch wenn die verschiedenen Formen der Druckausübung bzw. deren Androhung oft die einzige Möglichkeit darstellen, um Lebewesen vor Verletzungen zu schützen, bleiben Zwangsmaßnahmen und Strafen problematisch, da sie den Ursache-Wirkung-Zusammenhang aktivieren und auch keine geistig-psychische Entwicklung garantieren können. Durch Druckausübung werden tatsächlich zahlreiche Lebewesen geschützt; die gesamte Gesetzgebung baut auf dem Prinzip der Strafandrohung und Einschüchterung auf. Durch Zwänge geschaffene Verhältnisse können aber leicht einen falschen Eindruck erwecken. Es ist nie sicher, ob die jeweiligen kulturellen und gesellschaftlichen Zustände wirklich von einer bestimmten Anzahl von Menschen geistig-psychisch getragen werden. Die Bereitschaft zur Anpassung an bestehende Verhältnisse ist derzeit allgemein größer, als die Bereitwilligkeit eine eigene Weltbetrachtung zu entwickeln und das persönliche Handeln daran auszurichten. Kulturen, die ihre kulturellen Werte durch Strafandrohung und Druckausübung59 schützen müssen, leben mit dem Anschein, eine Mehrheit von Individuen repräsentiere bestimmte Zustände. Dies kann sich aber in Belastungssituationen als ein Irrtum herausstellen.
Bei der Verhaltensumstellung (hinsichtlich der Auswahl der Nahrungsmittel sowie weiterer Produkte) ist es von Bedeutung sich selbst und anderen gegenüber gütig und besonnen zu bleiben. Dies schließt aber keineswegs aus, die Achtung der Lebensinteressen der Lebewesen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu vertreten. Verständnis, Mitgefühl und Einsicht sind Eigenschaften, die eine Entwicklung charakterisiert, die das Wohl der Natur zum Ziel hat. Um Lebewesen mit solchen Eigenschaften begegnen zu können, ist es Voraussetzung, auch auf sich selbst gütig und verständnisvoll einzuwirken.
Die Umstellung auf naturane Nahrungsmittel und Produkte führt zu einer Zunahme innerer Stärke, da die Erfahrung, sich um die Verwirklichung des Wohls aller Lebensformen bemüht zu haben, die individuelle Entwicklung fördert. Das Lebensgefühl wird intensiver und die Lebensqualität als befriedigender erlebt. Ein reineres und bewußteres Erleben setzt ein, da nicht nur egoistische Vorteile angestrebt werden, sondern das Erreichen des Bestmöglichen für alle Beteiligten (Menschen, Tiere und Pflanzen) beabsichtigt wird. Letztendlich ist die Lebensqualität sämtlicher Lebewesen miteinander verbunden. Bewußte Verhaltensänderungen benötigen selbstkritische Beobachtung und Verarbeitung, mit der Absicht, dazu zu lernen und zu verstehen, wie es zu bestimmten Situationen und Verhaltensweisen kommt. Dies gilt insbesondere für das Problem, sich nicht immer so verhalten zu können, wie es theoretischen Vorstellungen entspricht, da Ideale und wirkliches Verhalten oft erheblich voneinander abweichen.
Absolute Vorsätze sind bei der Umstellung auf neue Verhaltensweisen lebensfremd und können zu starren Verhaltenszwängen führen. Das Leben ist die Summe der jeweils gegenwärtigen, historisch einmaligen Momente, von denen jeder Augenblick Chancen für wohlmeinendes Bemühen bietet. Die Erfahrungen aus dem Bemühen in der Gegenwart und der Vergangenheit verstärken die persönliche Kraft und den Mut in der Zukunft, die auch irgendwann als Gegenwart erlebt werden wird. Aus ehrlichen Bemühungen, Erkenntnisse zu verwirklichen und die daraus folgenden Ergebnisse zu verarbeiten, entsteht ein Erfahrungsfundament, welches das Leben letztendlich als "reich" oder "arm" erscheinen lassen wird. Bemühungen, die nicht zu den erwünschten Erfolgen führen, vergrößern den Erfahrungsreichtum. Die Ursachen lassen sich meist bei selbstkritischer Betrachtung herausfinden. Die Erfahrung, etwas nicht in gewünschter Weise verwirklicht zu haben, kann dazu beitragen, auch auf die Unvollkommenheit Anderer verständnisvoll zu reagieren.

Praktische Tips zur Umstellung

auf eine naturane Lebens- und Ernährungsweise, durch die das Leben und die Gesundheit von Lebewesen bewahrt werden können.
Einige Vorüberlegungen erleichtern die Umstellung. Dazu zählt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil hinsichtlich des Verbrauchs- und Ernährungsverhaltens unter dem Gesichtspunkt, inwieweit bestimmte Gewohnheiten schädlich oder unschädlich für die Natur und ihre Lebewesen sind. Es bietet sich die Überlegung an, ob Verhaltensweisen und Gewohnheiten das Leben sinn- und wertvoll werden lassen, wenn sie gleichzeitig beinhalten, daß andere Lebewesen unter ihnen leiden müssen und die Natur geschädigt wird.
Eine Verhaltensveränderung fällt leichter, wenn die Alternativen verlockend sind. Bezogen auf die Ernährungsweise ist es z. B. erfolgversprechend, als Alternativen solche Nahrungsmittel und Gerichte auszuwählen, die besonders den individuellen Vorlieben entsprechen.
Wenn die Bereitschaft besteht, Produkte vorzuziehen, durch die das Leben anderer Lebewesen nicht beeinträchtigt werden muß, dann ist es empfehlenswert, sich mit den unbedenklicheren Nahrungsmitteln (und weiteren naturanen Produkten) zu verwöhnen und besonders auf die persönlichen Vorlieben einzugehen. Eine Ernährungsumstellung erzwingen zu wollen, wirkt sich auf das Wohlbefinden insgesamt eher nachteilig aus, während mit etwas Geduld und Rücksichtnahme auf Neigungen und Gewohnheiten eine Veränderung der Ernährungsweise (sowie des Verbrauchs weiterer Produkte) müheloser und in einer angenehmen Atmosphäre erreicht werden kann.
Am Anfang steht die Überlegung, welche Nahrungskomponenten unverändert bleiben können und welche wegfallen oder ersetzt werden sollten. Dann beginnt das Ausprobieren dem eigenen Geschmack entsprechender Nahrungsmittel und Zubereitungsweisen, die geeignet wären, einen Ersatz darzustellen. Fleisch läßt sich z. B. durch einen Braten auf Getreide- oder Sojabasis ersetzen. Süßwaren können mit Fruchtdicksaft, Honig oder Fruchtzucker anstelle des weißen Zuckers hergestellt werden. Süße Obstsorten decken den "Süßigkeitsbedarf". Die ethisch bedenklichen Nahrungsmittel werden ausgetauscht und neue Speisezusammenstellungen ausprobiert, so daß sich die Umstellung in einem harmonischen Prozeß vollzieht. Wenn dem Appetit attraktive Varianten geboten werden, stellt er sich bald auf die gesünderen und kräftigenderen Nahrungsmittel ein.
Die Ernährungsumstellung läßt sich so gestalten, daß sie zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt. Da die vom ethischen Standpunkt aus unbedenklichen Nahrungsmittel auch gleichzeitig die gesündesten sind, werden die körperlichen Funktionen - und mit ihnen die Widerstandskräfte - durch eine abwechslungsreiche Ernährung gestärkt, so daß es auch zu einer Verbesserung des körperlichen Befindens kommt. Das psychische Wohlbefinden nimmt ohnehin in dem Maße zu, indem es gelingt, geistige Erkenntnisse - wie eine friedfertige Lebensweise - zu verwirklichen.
Die abwechslungsreiche Ernährung aus möglichst frischen Bestandteilen gibt dem Körper ein gutes Fundament für die Abwehr und Heilung von Erkrankungen, ebenso wie für die nervliche Reaktionsfähigkeit auf Anforderungen. Eine solche gesunde Basis ist es wert, auch gegenüber äußeren Anforderungen (Überforderungen, Leistungserwartungen in Ermüdungs- und Erschöpfungsphasen u. ä.) geschützt zu werden, indem möglichst nicht durch Suchtverhalten (Rauchen, Alkoholkonsum usw.) sowie durch die Aufnahme ungesunder, entkräftender Nahrungsmittel reagiert wird. Schutzstrategien können darin bestehen, bei Überforderungen rechtzeitig Pausen einzulegen und zu versuchen, Freiräume zu schaffen sowie sonstige Entlastungen einzuführen bzw. vorsorglich in die Planung miteinzubeziehen. Die Entwicklung und Erprobung von Streßbewältigungsstrategien, die auf die individuelle Situation abgestimmt sind, bedeuten erst einmal einen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Der Wert solcher Vorüberlegungen wird dann schließlich in der akuten Belastungssituation deutlich.
Insbesondere die Anspannungen im zwischenmenschlichen und im beruflichen Bereich verführen leicht zu Kompensationsverhalten, wobei dem psychischen Druck durch eine unzureichende Versorgung des Körpers noch weniger effektiv begegnet werden kann, als wenn wenigstens die körperlichen Bedürfnisse erfüllt werden würden. Es erscheint im konkreten Fall mitunter schwierig, auf Belastungen nicht mit dem gewohnten kompensatorischen (Konsum-)Verhalten zu reagieren. Die Strategien, um streßbedingtes Verhalten zu verändern, müssen daher individuell ermittelt und erarbeitet werden.
Allgemein ist es ratsam, die akute Belastungssituation kurz zu verlassen (Ortsveränderung), um Bewältigungsstrategien, Kompromisse oder Absagen entwerfen zu können und sich auf mögliche Konsequenzen einzustellen.
Ungesunde Verhältnisse zu unterstützen, nutzt letztendlich niemandem. Wenn den Lebensrechten sowie dem Schutz der Gesundheit von Lebewesen in der eigenen Lebensweise Vorrang eingeräumt wird, dann dürfen auch andere diese Prioritäten setzen, und damit wird es auch ihnen erleichtert, belastende Zustände zu verändern.
Interessant ist im Zusammenhang einer Ernährungs- und Verhaltens- umstellung auch das Leitbild des Heldentypus. Helden und Heldinnen, so wie sie für Menschen unterschiedlichster Kulturen Identifikations- und Vorbildcharakter haben, sind in der Regel durch die Fähigkeit zum Verzicht gekennzeichnet; insbesondere, wenn dies dem Wohle anderer Lebewesen dient. Zur heldenhaften Lebensart zählt auch das Vermögen, aus der jeweiligen Situation "etwas machen zu können", ohne sich ständig über die vorhandenen Verhältnisse zu beklagen.
Der heldenhafte Charakter erscheint als ein In-Sich-Ruhender. Seine Kraft wächst durch den Mut zu innerer Auseinandersetzung und erreicht eine Selbsteinschätzung, durch die ein beherzter Umgang mit vorhandenen Fähigkeiten und Mitteln gelingt. Das tapfere Wesen erfährt Glück und Erfüllung in seiner Verpflichtung zu übergeordneten Prinzipien und höheren Werten. Im Erfassen der Existenzbedürfnisse Anderer werden schließlich egozentrische Schranken überwunden.
Ob historische, gegenwärtige oder fiktive Heldenfiguren; sie alle werden um ihre zum Ausdruck gebrachte Freiheit bewundert, die sich unter anderem in einer inneren Unabhängigkeit von Genußmitteln, Konsumzwängen und von Sozialprestige äußert.
Demgegenüber gilt für den Großteil industriell (über-)versorgter Menschen, daß sie ihren Besitz jeweils in einem Vergleich zu noch wohlhabenderen Verhältnissen betrachten und eine große Bereitschaft zur Unzufriedenheit und zum Selbstmitleid besteht. Dieser psychische Leidensdruck, bedingt durch die Wehleidigkeit, die auf einer geringen Frustrationsschwelle beruht, löst bereits bei der Vorstellung einer Verzichtleistung oder Verhaltensänderung katastrophale emotionale Reaktionen aus. Korrekturen der persönlichen Lebensweise zum Vorteil sämtlicher Lebensformen sowie der Natur erscheinen dann wie unerreichbare Leistungen.
Bescheidenheit und Genügsamkeit sind die weitgehend weltweit selbstverständlich vorausgesetzten Grundcharaktere des Heldentums. Ihr Fehlen ist kennzeichnend für jene konsumorientierte, verwöhnte und schwer zu befriedigende Lebensweise mit ihren Folgeerscheinungen der allgemeinen Unzufriedenheit und Frustration. Eine ethisch motivierte Orientierung des Lebensstils mit freiwilligen Einschränkungen zugunsten des Lebens und der Unversehrtheit von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie der Natur vermag jene bewundernswerten Züge zu wecken, die in den meisten Kulturen unter der Sammelbezeichnung "heldenhaft" eingeordnet werden und in enger Assoziation zu Begriffen wie Freiheit, innerer Unabhängigkeit, Erlebnisintensität und vitalem Lebensgefühl stehen.
Die Umgebung und die Atmosphäre beim Essen und Trinken sowie die Darreichung der Nahrungsmittel und Getränke (die Eßkultur) lassen eine Mahlzeit mit allen Sinnen genußvoll erfahrbar werden.
Eine gut organisierte Vorratshaltung bzw. vorausschauende Besorgungen erleichtern die Umstellung der Ernährung sowie auch das sonstige Verbrauchsverhalten hinsichtlich sämtlicher weiterer Produkte.
Bevorzugte Nahrungsmittel sollten in ausreichender Menge und unkompliziert zur Verfügung stehen, so daß die guten Vorsätze nicht durch Komplikationen behindert werden. Während bei der Anlage eines langfristigen Grundvorrates (vgl. 5.3 Vorratshaltung) vor allem die übersichtliche Bereitstellung wesentlich ist, wird die kurzfristige Vorratshaltung (für den Zeitraum einiger Tage) vor allem durch die Zeit bestimmt, die erwartungsgemäß für die Zubereitung der Nahrungsmittel vorhanden sein wird. Bei Zeitmangel bietet es sich an, die Grundkomponenten verschiedener Gerichte bereits im voraus herzustellen und diese dann nur noch durch frische Beilagen zu ergänzen.
Das Gelingen angestrebter Verhaltensänderungen wird besonders von Vorüberlegungen beeinflußt, die auf der Beobachtung und Beachtung individueller Bedürfnisse beruhen.
Besteht zum Beispiel der Bedarf, zu bestimmten Tageszeiten etwas Süßes oder etwas Festes oder Trockenes zu sich zu nehmen (mitunter bedingt durch die Magensäureproduktion), dann wäre eine Ernährungsumstellung, die dies unberücksichtigt ließe, kaum erfolgreich. Die Beachtung und die Analyse gegenwärtiger Neigungen und Reaktionsweisen in verschiedenen Situationen und geduldiges Ausprobieren geeigneter Alternativen wird am einfachsten und angenehmsten zur Verwirklichung des gewünschten Verhaltens führen.
Von den vielfältigen Möglichkeiten der Nahrungsmittelkombinationen von Menüzusammenstellungen, Hauptmahlzeiten, Vor-, Nach- und Süßspeisen bis hin zu Backwaren können auch im Rezeptteil dieses Buches nur Beispiele gegeben werden. Für jede Geschmacksrichtung lassen sich variationsreiche Angebote finden, die es ermöglichen, Nahrungsmittel zu bevorzugen, durch die das Leben anderer Lebewesen geschont und geschützt werden kann.
Jedes scheinbar noch so geringfügige Bemühen ist ein Versuch der Verwirklichung einer Absicht, der die Lebenspraxis bereichert und der schließlich zu einer angenehmen Erinnerung wird. Zugleich ist es ein Schritt auf dem Weg mit dem Ziel, Pflanzen, Tieren und Menschen Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten zu gewähren, wie sie sich alle Lebewesen wünschen.


10.3.4   Wirtschaftliche Veränderungen auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene

Menschen haben zwar die Informationen über den fortschreitenden Prozeß der Naturzerstörung; sie werden selbst von den Schäden einer vergifteten Umwelt betroffen, und dennoch schauen sie bei der Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen allzuoft tatenlos zu, ohne Reaktionen in Form individueller Konsequenzen zu zeigen. Dabei liegt es bei den Einzelnen, durch Verhaltensänderungen die ersten Schritte zu tun, um den Prozeß der Vernichtung der Natur zu stoppen. Eine Ablehnung schädlicher Produkte bedeutet nicht Konsumverzicht, sondern statt dessen den Kauf von Artikeln sowie die Inanspruchnahme von Dienstleistungen, durch die es zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung der Pflanzen, Tiere und Menschen kommen muß. Dadurch werden unterstützenswerte Produktionsverfahren gefördert. Zugleich nimmt auch die Freude an dem Erworbenen zu, da das gute Gewissen, keinen Schaden über die Natur und die Lebensformen gebracht zu haben, an sich schon ein befriedigendes Gefühl hervorruft. Mit jeder Kaufentscheidung wird ein Signal gesetzt, das als Auftrag zur weiteren Herstellung des Produktes gewertet wird und so die Entwicklung von natur- und lebensbewahrenden Wirtschaftsweisen voranbringt oder entgegengesetzt die weitere Produktion von Schadstoffen fördert.
Für den einzelnen Menschen ist es vorteilhaft, sich eine Position zunehmender Unabhängigkeit zu schaffen, indem die Beeinflussung durch Werbung, Modeströmungen und Trends auf den persönlichen Lebensstil vermindert wird. Dazu zählt nicht nur die offene, als Reklame deklarierte Werbung, sondern ebenso die unterschwelligen Manipulationen, die in scheinbar sachliche Darstellungen einfließen. Eine Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Aussagewert sowie den provozierten Gefühlszuständen vermag die Tendenzen verdeutlichen, mit denen auf die Inhalte des Bewußtseins und des Unterbewußtseins eingewirkt wird. Selbst simple Klischees wie "Bequemlichkeit ist gut - Kochen wie zu Omas Zeiten ist out." verfehlen oft nicht die beabsichtigte Wirkung, da ein diffuses Stimmungsbild erzeugt wird. Die ins Unterbewußtsein lancierten Verknüpfungen bleiben lange, oft während des gesamten Lebens, haften und erzeugen so manche ungewollte Reaktion, insbesondere wenn die Aufmerksamkeit des Bewußtseins ermüdet oder abgelenkt ist. In scheinbar sachlichen Beiträgen werden verborgene Intentionen durch ein aufwertendes oder abfälliges Vokabular zum Ausdruck gebracht, durch positiv oder negativ klingende Formulierungen sowie durch freundlichen oder ablehnenden Habitus.
Die Freiheit der Konsumenten bleibt hauptsächlich darauf beschränkt, aus dem vorhandenen Warenangebot auswählen zu dürfen. Bezugsquellen für individuelle Anfertigungen werden in den hochindustrialisierten Gesellschaften immer geringer, ebenso wie auch die Haltbarkeit der in Massenproduktion angefertigten Produkte.
Die Herstellung umweltschädlicher Massenware, deren Erzeugung oft den Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen einschließt (giftige Schadstoffe), in der Anonymität von Fabriken (ohne Kontakte zur Verbraucherschaft), mit dem Wissen, umweltbelastende Produkte von geringer Qualität und Haltbarkeit zu erzeugen, vermindert die Freude an den produzierenden Tätigkeiten. Demgegenüber ist die individuelle Fertigung von Einzelstücken vielleicht zeitaufwendiger, jedoch bei einer naturschonenden Herstellung, langen Haltbarkeit und Hochwertigkeit der Produkte empfehlenswert. Auch die Lebensqualität, die sich bei einer kreativen handwerklichen Tätigkeit einstellt sowie die Zufriedenheit, die aus einer sinnvollen, ethisch unbedenklichen Arbeit entsteht, sind es wert, wieder verstärkt zu Einzelanfertigungen zurückzukehren. Vor der Produktion von Massenanfertigungen waren Gegenstände von einer Qualität, durch die sie oft ein Leben lang und sogar von mehreren Generationen dauerhaft genutzt werden konnten. Um in den Genuß von Produkten zu kommen, durch deren Gewinnung und Verarbeitung Lebewesen nicht geschädigt werden, helfen auf den persönlichen Bedarf ausgerichtete individuelle Strategien, damit wirtschaftliche Fehlentwicklungen nicht durch den Kauf gefördert werden. Im folgenden sollen Anregungen dazu beitragen, die persönliche wirtschaftliche Organisation zu verbessern, so daß es nicht mehr zu übereilten Kaufentscheidungen kommen muß, die für die Natur sowie für alle Lebensformen nachteilig sind. Um nicht Opfer der Bequemlichkeit zu werden, stellt eine Auseinandersetzung mit den Verbrauchsgewohnheiten eine Basis zur Entwicklung einer individuellen Wirtschaftsstrategie dar. Vielfach wird das Konsumverhalten nicht bewußt beobachtet, so daß sich stets ähnliche Situationen einstellen, bspw. ein dringend erscheinender Bedarf an bestimmten Artikeln, bedingt durch Mängel in der Vorratshaltung. Hinsichtlich der Genußmittel (Süßigkeiten u. ä.) treten bestimmte Bedürfnisse in Belastungssituationen auf. Werden solche Wünsche nicht akzeptiert und jeweils als "einmalige Ausnahmesituation" aus dem Bewußtsein verdrängt, ergibt sich eine unrealistische Vorstellung des Verbrauchs. Für viele ungesunde und umweltbelastende Produkte gibt es gesunde und naturschonende Alternativen. Erst wenn die Gewohnheiten bekannt sind, die sich im Laufe der Zeit bewußt, unbewußt oder teilbewußt eingespielt haben, können alternative Produkte angeschafft werden, die dem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Durch eine geschickte Organisation läßt sich die Trägheit überwinden, unter deren Einfluß allzuoft schädliche Produkte und Dienstleistungen gewählt werden und die persönliche Verantwortung gegenüber Anderen und der Natur verdrängt wird.
Um das eigene Verhalten kennenzulernen und von unwirklichen Wunschvorstellungen zu unterscheiden, ist die Beobachtung des Kaufs von Produkten und Dienstleistungen während eines gewissen Zeitraumes empfehlenswert. Schriftliche Notizen, wie das Führen eines Haushaltsbuches oder einer sonstigen Übersicht, helfen, auch verborgene Bedürfnisse ins Bewußtsein zu bringen, so daß eine realistische Vorbereitung für eine gute Selbstversorgung möglich wird.
Produkte lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen; solche, die zum regelmäßigen Bedarf gehören oder Waren und Dienstleistungen, die seltener angeschafft bzw. in Anspruch genommen werden.
Für den ständigen Bedarf eignet sich ein Dauereinkaufszettel. Darauf sind die Waren des regelmäßigen Verbrauchs verzeichnet und ggf. dazu die naturschonendsten und günstigsten Angebote bzw. Einkaufsmöglichkeiten. Dadurch entfällt das Vergessen bestimmter Artikel; günstige Gelegenheiten können optimal genutzt werden und der Aufwand für Besorgungen läßt sich zeitsparend organisieren.

Um die Auswahl zu erleichtern, ist eine klare Rangordnung hilfreich. Hier ein Vorschlag:

1. Oberste Priorität haben Produkte aus Materialien, durch deren Gewinnung Pflanzen und Tiere nicht verletzt werden müssen.
2. Bevorzugung ökologisch orientierter Herstellungsverfahren.
3. Berücksichtigung umweltfreundlicher Verpackungsmittel und eines naturschonenden Transportes.

Es fördert vorausschauendes Wirtschaften, wenn beizeiten unterstützenswerte Betriebe notiert werden.
Dazu können z. B. Einzelpersonen oder kleine Unternehmen gehören, deren Rohstoffgewinnung und Verarbeitung ohne Beeinträchtigung des Lebens von Pflanzen und Tieren geschieht.
Auch Blinden- und Behindertenwerkstätten verfügen oft über ein Sortiment umweltfreundlicher Artikel. Dort werden mitunter auch gern Aufträge für Einzel- oder Sonderanfertigungen entgegengenommen.
Auf „Fairen Handel“ mit Produkten aus wirtschaftlich schwachen Ländern haben sich einige Organisationen spezialisiert. Hauptsächlich sollen den erzeugenden Betrieben in den entsprechenden Regionen gute Verdienstmöglichkeiten geboten werden. Darüber hinaus werden zum Teil auch ökologisch orientierte Projekte unterstützt.
Das Ziel der Organisationen, die den sog. fairen Handel betreiben wollen, besteht darin, für kleine Unternehmen und Kooperativen in ärmeren Ländern einen Absatzmarkt zu schaffen und durch das Zahlen fairer Preise Einkommensmöglichkeiten zu garantieren. Mit solchen Vertriebssystemen kann ein Ausgleich zwischen wohlhabenderen und ärmeren Regionen der Welt hergestellt werden, - eine Absicht, die auch durch Entwicklungshilfemaßnahmen verfolgt wird. Dabei kann es nicht das Ziel sein, daß in geringer oder in nicht industrialisierten Regionen die Fehler wiederholt werden, die in den Industrienationen zu einer weitflächigen Vernichtung der Natur und zu einer folgenschweren Vergiftung der Lebensgrundlagen geführt haben. Es gilt verschiedene natürliche und kulturelle Faktoren zu berücksichtigen, um umweltschonende Produktionsweisen zu fördern, durch die die Lebewesen nicht geschädigt werden. Die Notwendigkeit der Erhaltung der Natur besteht weltweit. Auf die Umgestaltung der Landschaft muß in einigen Regionen aufgrund der Empfindlichkeit der Biotope und Vegetationstypen verzichtet werden. Eine Mehrfachumgestaltung sowie störende Eingriffe in die Vegetation verkraftet nicht jeder Boden. Mitteleuropa war ursprünglich großflächig bewaldet. Die Wälder aber wurden seit der Jungsteinzeit zunehmend zugunsten der Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen abgeholzt. Auf den Böden, auf denen keine Landwirtschaft mehr betrieben werden würde und auch sonstige störende Eingriffe unterblieben, könnten sich erneut durch angewehte, angespülte und von Tieren herangebrachte Samen die verschiedenen Vegetationsstufen bis zum Wald aufbauen. In Mitteleuropa wird dies als eine Selbstverständlichkeit betrachtet, die zu der fälschlichen Annahme verleitet, auch in anderen Regionen der Welt könnten beliebig Kahlschlag und Wiederaufforstungen durchgeführt werden. In empfindlicheren Ökosystemen können sich Bodenerosionen mit einer solchen Geschwindigkeit vollziehen, daß der Erdboden, sobald ihn Bäume, Sträucher und Kräuter nicht mehr halten, in Kürze verweht oder durch Regengüsse fortgeschwemmt wird und überwiegend nur noch blanker Fels übrigbleibt. Wenn sich die ursprüngliche Vegetation erneut wieder ansiedeln soll, dann setzt dies voraus, daß noch Restflächen intakter Natur als Rückzugsgebiete vorhanden sind, da Tiere und Pflanzen die Chance haben müssen, in einem entsprechend erhaltenen Biotop zu überdauern.
Die Unbekümmertheit, mit der große Waldflächen in Europa abgeholzt wurden, können sich Länder mit empfindlicheren Böden und Vegetationen nicht leisten. Dies mag insbesondere der ärmeren Bevölkerung solcher Regionen ungerecht erscheinen, da der Lebensstandard hochindustrialisierter Länder häufig als Vorbild gilt und als Entwicklungsziel angestrebt wird. Die Lebensweise der Industriegesellschaften auf Kosten zerstörter Natur hat aber keine langfristige Perspektive. Vielmehr kann sie das Ende jeglichen Lebens bedeuten und wäre daher treffender als eine kurzfristige Endphase zu betrachten.
Die Vergiftung und Vernichtung der Lebensgrundlagen und die damit einhergehende Zunahme umweltbedingter Krankheiten in diesen Ländern zeigt, wie zweifelhaft ein solcher Lebensstandard als Vorbild ist. Dies führt an einige schwierige Fragestellungen in Bezug auf die Entwicklungshilfe heran. Es entsteht u. a. die Grundfrage, was für eine Entwicklung gefördert werden soll. Wenn von einer Angleichung an das Niveau der Industriegesellschaften die Rede ist, wirkt dies, als sollten neue Absatzmärkte für die Produkte der Industriestaaten geschaffen werden, die neue Abhängigkeiten herstellen und die die einheimischen Wirtschaftsstrukturen durch billige Konkurrenzprodukte zerstören, statt Selbständigkeit und Unabhängigkeit bei gleichzeitiger Erhaltung der Natur und Schonung der Umwelt zu unterstützen.
Stellen die leistungsorientierten, von Streß, Hektik und Zeitmangel geprägten und auf Konsum ausgerichteten Lebensweisen der Industrieländer übernehmenswerte Ideale dar?
Sind Gesellschaften als Vorbild und Entwicklungsperspektive geeignet, in denen der überwiegende Teil der Menschen in existentiellen Abhängigkeiten lebt (Mietwohnraum, Angestelltenstatus hinsichtlich der Arbeit usw.), in denen intolerante Zwänge bestehen, die ein unabhängiges Leben z. B. als Obdachlose/r sozial ächten, in denen ethische Werte an Bedeutung verlieren und materielle Kultur für wichtiger gehalten wird als das Lebensgefühl und das emotionale Erleben?
Die Sicherstellung einer möglichst selbständigen und unabhängigen Versorgung mit dem Existenznotwendigen scheint eine allgemein akzeptable Forderung zu beschreiben, auf die sich Entwicklungshilfe beziehen könnte. Dabei ergibt sich das Problem der Definition und der Festlegung dessen, was als existenznotwendig, als menschenunwürdig oder Luxus erachtet werden soll. Der Vergleich der Jahreseinkommen von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt ist zur Ermittlung von Armut nicht geeignet. Die Monatsmiete einer Kleinwohnung im Zentrum einer Großstadt kann höher sein als das durchschnittliche Jahreseinkommen in einem anderen Land. Nicht Geld, sondern die Leistungen, die dafür erhältlich sind, wären als Vergleich geeignet.
Qualitätsunterschiede erschweren zusätzlich, Leistungen in ein Verhältnis zueinander zu setzen. Auch werden in den verschiedenen Regionen der Welt teilweise andersartige Sach- und Dienstleistungen benötigt.
Der Mangel an Existenznotwendigem und Armut könnten definiert werden als eine fehlende oder nicht ausreichende Versorgung mit den Lebensgrundlagen: Luft, Wasser, Boden und Nahrungsmitteln. Die Lebensgrundlagen sollten in einer gesundheitlich und hygienisch einwandfreien Form zur Verfügung stehen. In den Industrieländern ist das nicht gewährleistet: Luft, Wasser, Nahrungsmittel und Böden enthalten Giftstoffe in unterschiedlichen Konzentrationen, die sich gesundheitsschädlich auswirken. Dazu kommt der Summierungseffekt der verschiedenen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen. Sollten nicht überall erst einmal Luft, Wasser und Nahrungsmittel in gesundheitlich unbedenklicher Qualität zur Verfügung stehen, anstatt toxische Stoffe in sämtlichen Regionen der Welt zu verbreiten?
Bei dem Versuch einer Abgrenzung zwischen Existenznotwendigem und Luxus entsteht eine Grauzone, als der Bereich, zwischen dem, was individuell und allgemein innerhalb von Kulturen als lebensnotwendig oder als Luxus definiert wird. Welche Teile einer Lebensführung sind als Luxus zu bezeichnen? Und haben Menschen einen Anspruch auf Luxus, der dann z. B. von ärmeren Menschen eingefordert werden könnte. Forciert nicht die allgemeine Anhebung oder Veränderung des Lebensstandards die Übernahme eines Lebensstils, der dem einzelnen Menschen gar nicht gemäß sein muß? Zwingt nicht auch die Einbindung in die Gesellschaft ihre Mitglieder zu einer gewissen Teilnahme an Trends und dies nicht nur in Bezug auf die Bekleidungsmode und den weiteren materiellen Inventar, sondern auch hinsichtlich der erwarteten Verhaltensweisen, der geforderten Denkmuster sowie auch hinsichtlich kulturspezifischer und zeitgenössischer emotionaler Ausdrucksformen? Gegen die aktuellen Trends treten Menschen selten als Einzelne auf; Gruppenverhalten erleichtert auch hier den Umgang mit einer möglichen sozialen Herabwürdigung oder Ächtung.
Noch gibt es Unterschiede zwischen Kulturen und deren Wertvorstellungen, Denkweisen, Weltanschauungen, sozialen Organisationsformen, hinsichtlich der materiellen Kulturausstattung sowie auch der Herstellungsverfahren. Eine Vereinheitlichung zu fördern, würde bedeuten, diese Vielfalt zu verlieren, so daß kaum noch wechselseitige Anregungen durch kulturspezifische Eigenentwicklungen stattfinden könnten. Die Einführung von Methoden, Arbeitsweisen sowie von Hilfsmitteln zur Verbesserung der Lebensqualität sollte daher äußerst behutsam erfolgen, da mit jeder („vereinfachenden“) Neuerung meistens auch der Verlust traditioneller Fertigungstechniken einhergeht. Hinsichtlich des Wohlergehens der Lebewesen sowie der Erhaltung der Natur sind die Technologien, die auf einer schonenden Nutzung von Wind, Wasser und Sonnenenergie basieren, die risikolosesten und verantwortungsbewußtesten Verfahren.

Einkaufen wird zum Vergnügen, wenn dadurch die Umwelt nicht belastet wird und mit dem Kauf zugleich Hilfs- oder Schutzprojekte für Lebewesen und/oder die Natur gefördert werden. Verschiedene Organisationen geben Gebrauchtes gegen eine Spende, im Tausch oder kostenlos weiter, teilweise um damit naturerhaltende und humanitäre Projekte zu finanzieren sowie aus Umweltschutzgründen, da durch die Weitergabe von Sachen auf den Kauf und damit die naturbelastende Neuproduktion verzichtet werden kann.
Auch für Produkte, die seltener angeschafft werden, ist es hilfreich, eine Aufstellung vorzunehmen, und zwar möglichst, sobald Abnutzungserscheinungen die Notwendigkeit eines Ersatzes anzeigen.
Es gehört zu den selteneren Fällen, daß Neuanschaffungen völlig überraschend erforderlich werden. Tritt jedoch ein solcher Fall ein, helfen die Notizen bevorzugenswerter Einkaufsmöglichkeiten.
Die Überlegung, in welcher Weise die materielle Ausstattung im optimalen Falle beschaffen sein sollte (Materialien, Funktionalität, Einrichtung usw.), kann im Bedarfsfalle eine Orientierung bieten, indem z. B. eher hochwertige, haltbare Produkte angeschafft werden, statt umweltbelastende Billigproduktionen von geringer Haltbarkeit.
Eine Auflistung der Gegenstände, die erwartungsgemäß demnächst ersetzt werden sollten, erweist sich - ebenso wie ein Dauereinkaufszettel - als lohnender Aufwand, insbesondere wenn sich günstige Gelegenheiten ergeben, die dann optimal genutzt werden können.
Bei einigen Produkten ist auch die Anlage eines Vorrates sinnvoll, z. B. wenn umweltfreundliche Erzeugnisse seltener erhältlich sind. So kann z. B. auch ein kleiner Geschenkefundus nützlich sein. Naturschonend produzierte Gegenstände, die gern geschenkt werden, sind dann für entsprechende Anlässe vorrätig.

Bevor übereilt Naturschädigendes gekauft wird, ist es sinnvoll zu überdenken,

- ob eine Neuanschaffung überhaupt notwendig ist;
(Mitunter zeigt sich die Entbehrlichkeit eines Gegenstandes erst, wenn eine Zeitlang versucht wird, darauf zu verzichten.)
- ob ein Ersatz in Eigenleistung herstellbar wäre;
- ob eine Reparatur lohnenswert ist und wo es günstig sein könnte, sie durchführen zu lassen.
- Ist es vielleicht ökologischer und ökonomischer, sich den Gegenstand gelegentlich auszuleihen?
- Wäre auch ein gebrauchter und damit auch kostengünstigerer
Gegenstand aus zweiter Hand geeignet?
- Lassen sich durch den Kauf naturschonende Wirtschaftszweige, bzw. Produktionsweisen unterstützen?
- Dient der Neukauf dazu, Signale für eine verantwortungsbewußte, umweltverträgliche Versorgung mit Produkten zu setzen?

Schließlich können angeschaffte Gegenstände oft noch als Second hand - Artikel weitergereicht oder veräußert werden. Dadurch läßt sich eine optimale Nutzung von Produkten erzielen, während zugleich die Natur durch den Verzicht auf die Neuproduktion entlastet wird.
Verleih- und Tauschringe auf Gegenseitigkeit sind eine Form der Nachbarschaftshilfe, durch die die Anschaffung selten gebrauchter Gegenstände erheblich reduziert werden kann. Die Teilnehmer/innen stellen Geräte sowie z. T. auch Dienstleistungen im wechselseitigen Tausch und zur gelegentlichen Mitnutzung zur Verfügung. Eine Haftpflichtversicherung als Teilnahmevoraussetzung ist ratsam.
Wirtschaftliche Veränderungen auf der gesellschaftlichen Ebene setzen sich letztlich aus den Leistungen einzelner Menschen zusammen.
Anliegen - wie der Schutz von Lebewesen sowie der Natur - werden von Konzernen, Politik und Verwaltung meistens erst dann beachtet, wenn mit Forderungen auch spürbare finanzielle Bewegungen erkennbar werden oder zu erwarten sind.
Zur Förderung naturbewahrender Produktionsverfahren ist der Verzicht auf schädliche Produkte sowie die Verweigerung entsprechender Dienstleistungen am wirkungsvollsten.
Um die Einflußmöglichkeiten auf das Angebot zu verbessern, ist der Zusammenschluß zu Interessengruppen, die einander bei ähnlichen Anliegen unterstützen, empfehlenswert.

 

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